'77

Bright Gloom

Century Media
VÖ: 2018

Ohne Riffs geht's auch nicht

Vier Alben lang waren ’77 mit großem Enthusiasmus bei der Sache, die Sounds und die Boogie-Rock-Ideen von AC/DC zu eigenen Songs umzumodeln. Bereits Nothing’s Gonna Stop Us war dahingehend eine Überraschung, dass die rastlosen Spanier nicht mehr alles kategorisch ausgeblendet hatten, was in der Welt der Musik nach 1977 und Let There Be Rock geschehen ist: Anklänge an Thin Lizzy, frühe Status Quo und The Angels hatten ihre Musik erheblich aufgewertet.

Übriggeblieben ist von diesem Inspirationsschub nichts. Lieferte gerade der hohe Riff-Rock-Faktor ihrer Musik vielen Grund zur Kritik, wird man den Spaniern Bright Gloom nun mit ziemlicher Sicherheit deshalb um die Ohren schlagen, weil gerade dieses Element verschwunden ist. Nicht komplett (›Where Have They Gone‹ klingt wie eine verdrogte Mischung aus den Angels und Tom Pettys Heartbreakers). Aber fast. Es wird gerumpelt (offenbar haben ’77 zwischenzeitlich auch mal Black Sabbath angehört), es wird genölt, es wird geschwitzt — das alles aber ohne Riffs und ohne Songs. Furchtbar.

(2/10)
TEXT: DANIEL BÖHM

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