Crashdïet

Rust

Frontiers
VÖ: 2019

Etwas selten auf den Punkt

Obwohl Crashdïet nach dem Abgang ihres dritten Sängers Simon Cruz jahrelang inaktiv waren, zählen die schwedischen Sleazer um Gitarrist Martin Sweet keineswegs zum alten Eisen. In Gabriel Keyes hat die Truppe einen neuen Frontmann gefunden, dessen Stimme eine erstaunliche Nähe zum 2006 verstorbenen Bandkopf Dave Lepard aufweist — was ihrem fünften Album Rust zu einer an sich sehr attraktiven Ausgangsposition verhilft. Schade nur, dass Crashdïet trotz der langen Vorlaufzeit ihre Stärken nicht bündeln konnten, um eine wirklich fokussierte Scheibe abzuliefern. Fast scheint es, als hätten die Musiker zu viele Ideen angesammelt: Das durch ein spaßiges Video beworbene ›Idiots‹ enthält ausreichend Riffs für mindestens fünf Songs und hätte die ordnende Hand eines eingreifenden Produzenten benötigt.

Dagegen ist die Pop-Ballade ›Waiting For Your Love‹ erschreckend langweilig ausgefallen, und auch der glattgebügelte Refrain von ›Crazy‹ will nicht zum Rest der Nummer passen. Kein Wunder, dass gerade die zwei Stücke zu den Gewinnern zählen, die mit außenstehenden Helfern aufgenommen wurden: Das von Hooters-Boss Eric Bazilian arrangierte ›We Are The Legion‹ hätte auch dem Kult-Debüt Rest In Sleaze zur Ehre gereicht. Auch das von Chris Laney in der Produktion überwachte ›Parasite‹ zählt zu der Sorte Krachern, die Crashdïet den Weg in die Zukunft weisen sollten. Erheblich schlechter gab es diese Band aber auch schon zu hören.

(7/10)

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