Cream, Jack Bruce

Live At Rockpalast [2DVD+5CD]

MIG
VÖ: 2000

Schlaglicht auf ein vergessenes Jahrzehnt

Anfang der Achtziger geriet die Solokarriere des einstigen Bassisten von Cream gehörig ins Schlingern. Ein Album in Jazzrock-Starbesetzung sollte es richten — gemessen an seinen artverwandten eigenen Platten und den hier eingebundenen Akteuren wirkten Jack Bruce And Friends verhältnismäßig unspektakulär. Wie auf I’ve Always Wanted To Do This standen Bruce im Oktober 1980 in der Essener Grugahalle die Fusion-Cracks Billy Cobham (Miles Davis, Mahavishnu Orchestra) und David Sancious an Schlagzeug und Keyboard sowie Gitarrist Clem Clempson (Humble Pie) zur Seite und hauchten Auszügen jener gerade erst veröffentlichten Scheibe Leben und Seele ein; der jazzig-funkige Touch und die ausgelassene Spielfreude in Solo-Stoff wie ›Theme For An Imaginary Western‹ oder Creams ›Sunshine Of Your Love‹ wirkten absolut mitnehmend. Drei Jahre später ließ sich Bruce in der Bochumer Zeche abermals für den Rockpalast aufzeichnen: Erneut bedient in seinem Ensemble David Sancious Keyboards und verspielte Synthesizer, für Schlagzeuger Cobham kam Bruce Gary von The Knack. Der dritte Mitschnitt, der diesem empfehlenswerten Set aus zwei DVDs und fünf CDs beigefügt wurde, stammt aus dem Jahr 1990: Mit brüchig gewordener Stimme sang Bruce ausschließlich Eigenkompositionen, begleitete sich dabei auf dem Klavier. Ein sehr reizvoller Rückblick auf ein weniger beachtetes Jahrzehnt auf dem Lebensweg der 2014 verstorbenen Legende, die sich noch nie vorrangig als Rockmusiker verstand.

Keine Wertung

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