Jeff Scott Soto

Maßanzüge aus Italien

Auch ohne Konzerte bleibt Jeff Scott Soto gut beschäftigt: Zwischen den neuen Alben von Sons Of Apollo und W.E.T. hat die amerikanischen Charakterstimme das Solo-Album Wide Awake (In My Dreamland) fertiggestellt.

Sein siebtes Album unter eigenem Namen klingt beinahe so, als handele es sich um einen Karrierequerschnitt. Dabei stammen die neuen Songs von Alessandro Del Vecchio, der sich von Sotos bisherigem Schaffen inspirieren ließ: Der 41-jährige Italiener schrieb dem Lockenkopf Stücke auf den Leib, die immer mal wieder Reminiszenzen an Talisman, Eyes, Axel Rudi Pell und Yngwie Malmsteen enthalten. »Alessandro hat mir sein Vorgehen zunächst verheimlicht«, meint Soto. »Was auch ganz gut war, denn in der Theorie wäre mir das wohl ein zu kalkuliertes Schreiben gewesen. Als er mir aber die ersten Songs hat zukommen lassen, war ich wirklich baff. Und von da an hab ich ihm blind vertraut.«

Die beiden kennen sich seit rund 15 Jahren. Dass sich der Musiker und Produzent in Personalunion sehr oft vor den Karren seiner Plattenfirma spannen lässt, um Projekte und Bands aus deren Stall mit Liedern zu versorgen, ist auch Soto ein wenig suspekt, bekräftigt er. »Genau das waren anfangs meine Zweifel. Durch Alessandros Songs klingen viele Bands mittlerweile zu gleichförmig, weil er eine sehr typische Kompositionshandschrift hat. Im Falle von Wide Awake (In My Dreamland) hat er sich allerdings sehr zurückgenommen und Musik für ein Album kreiert, das meinem Namen gerecht wird. Das ist Soto durch und durch!«



Einen Narren hat der Sänger vor allem an ›Without You‹ gefressen. Die vielschichtig arrangierte Nummer zielt auf seine Verehrung für die britischen Rockhelden Queen ab. »Freddie Mercury gehört neben dem früheren Journey-Sänger Steve Perry zu meinen größten Helden und wichtigsten Einflüssen und darum finde ich es hinreißend, dass Alessandro ein Lied komponiert hat, das genau darauf ausgerichtet ist. So gerne ich Queen-Songs singe: Ich werde Freddie niemals das Wasser reichen können. Aber ein neues Stück in einem an Queen angelehnten Stil zu singen, ist einfach fantastisch. Leider habe ich die Originalbesetzung der Band niemals live erleben dürfen, aber als ich Brian May mal nach einem Auftritt kennenlernte und er meinte, dass Freddie sicherlich Gefallen an meiner Gesangsdarbietung gehabt hätte, kam das einem Ritterschlag gleich. Danach bin ich eine Weile nur noch durch die Gegend geschwebt!«

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