King Gizzard & The Lizard Wizard

Fishing For Fishies

VÖ: 2019

Elektrisch verspielt

Der Name dieses Septetts ist genauso abgefahren wie ihr künstlerisches Treiben. Seit 2010 sind die experimentierfreudigen Australier aktiv und seither musikalisch ganz schön rumgekommen: Ihr zunächst noch recht einfaches Garagerock-Derivat haben sie immer weiter ausgedehnt und in neue Formen gepresst, in denen über die Jahre auch Elemente des Jazzrock, von Prog und der Drone-Musik Wirkungsraum fanden. Am imposantesten geriet dabei zunächst Nonagon Infinity, dessen hypnotische Psychedelic-, Fuzz- und Garagerock-Songs ohne Unterbrechung ineinander übergehen und auseinander zu entstehen schienen.

Ein Jahr später geriet dieser Trip geordneter: Das famose Flying Microtonal Banana, das hier und da so klingt, als wären Pothead mit gefährlich bunten Pillen vollgestopft und danach ins All geschossen worden, gab 2017 den Startschuss zu einer Veröffentlichungsarie, die erst vier Alben später abbrach. Polygondwanaland war für Progger und Psychedelic-Nerds das zweite essenzielle Highlight dieser Jahresserie, in der auf einmal auch Platten mit Bar-Jazz und Country-Liedern auftauchten. Fishing For Fishies dagegen wirkt erheblich elektronischer, spielt mit Pop, den Yardbirds und dem Glamrock von T.Rex (›This Thing‹, ›Plastic Boogie‹), bringt im irrsinnig coolen ›Real’s Not Real‹ Jack White und Jim Jones mit den bunten Beatles (Magical Mystery Tour, Sgt. Pepper) und Mark Bolan zusammen und bricht auch sonst so ziemlich jede Genrekonvention. Krasse Band.

(8/10)
TEXT: DANIEL BÖHM

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