Michael Monroe

Horns And Halos

Spinefarm
VÖ: 2013

Hochspannung in der Gruppendynamik

Seit drei Jahren ist Michael Monroe wieder auf Solopfaden unterwegs, doch auch wenn alleine sein prominenter Name auf dem Cover von Horns And Halos prangt, ist hier mit Sami Yaffa, Steve Conte und Karl Rosqvist doch unverkennbar eine echte Band am Start. Sorgte beim Vorgänger Sensory Overdrive noch das Wildhearts-Original Ginger für den kommerziellen Anstrich, so macht sich der Tausch gegen den sich in (Backyard) Babypause befindlichen Dregen in einer rotzig-punkigeren Ausrichtung bemerkbar, die das Album spürbar in Richtung Demolition 23 drückt.

Das steht Monroe gut zu Gesicht, denn immer wenn der Mann unter Strom steht und Vollgas-Nummern im Stile von ›TNT Diet‹ und ›Horns And Halos‹ interpretiert, glaubt kein Mensch, dass der frühere Hanoi Rocks-Sänger unlängst die 50 überschritten hat. Doch auch wenn er den Fuß vom Gaspedal nimmt und etwa bei ›Eighteen Angels‹ die Mundharmonika auspackt, ist Spannung garantiert.

Den breiten Horizont, den sich der Finne in über dreißig aktiven Jahren erworben hat, bringt er auch beim kraftvoll rockenden ›Hands Are Tied‹ mit Saxofon-Einlage und Stones-Shouts zum Ausdruck, bei ›Soul Surrender‹ tritt man nach relaxten Strophen im Refrain ordentlich Arsch, und richtig nostalgisch erlebt man Monroe bei der kaputten ›Ballad Of The Lower East Side‹, in der alte, lang vergangene New-Yorker-Zeiten heraufbeschworen werden. Doch den Blick in den Rückspiegel hat der blonde Charakterkopf überhaupt nicht nötig, denn er befindet sich nach wie vor auf der Höhe seines Schaffens und weiß seine Anhänger mit jeder Veröffentlichung aufs Neue zu begeistern.

(9/10)

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