Michael Schenker Fest

Revelation

EAR Music
VÖ: 2018

Keine Offenbarung

Seit der Reunion mit Gary Barden vor elf Jahren ist das Schaffen von Michael Schenker von erfreulicher Qualität und Konsistenz gewesen. Bis jetzt. Dass er spätestens nach zwei Studio- und einem Live-Album ein neues Projekt startet oder Musiker auswechselt, mag ihn beflügelt haben. Auf MSG folgte Temple Of Rock, abgelöst vom Michael Schenker Fest. Ursprünglich eine Klassiker-Bühnenshow, brachte der Reigen der maßgeblichen Schenker-Sänger (Barden, Graham Bonnett, Robin McAuley, Doogie White) mit Ressurection eine bodenständig-starke Hardrock-Platte zustande. Deren Vielstimmigkeit hat der Gitarrist nun noch erweitert: Als fünfter Sänger gastiert Ronnie Romero (Rainbow) auf ›We Are The Voice‹, wodurch das Projekt eine Beliebigkeit erfährt, die sich in etlichen Songs wiederfindet. Dem müden, zur Hymne aufgeblasenen, alle Vokalisten vereinenden Auftakt ›Rock Steady‹ folgen zumeist Stücke, denen es an echter Inspiration und Schlagkraft mangelt. Obwohl bewährte Schenker-Riffs und melodiöse Soli das Album durchziehen, meint man in jedem Lied, Ähnliches von ihm schon mal gehört zu haben — allerdings prägnanter, zupackender. Machte der Vorgänger Spaß, so offenbart Revelation vor allem Unerheblichkeit.

(6.5/10)
TEXT: AMIR SHAHEEN

ROCKS PRÄSENTIERT

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