Blackberry Smoke
Thirty Tigers
VÖ: 2021
Den amerikanischen Süden hört man in jedem einzelnen Ton des Quintetts aus Atlanta, und das macht You Hear Georgia zu einer einzigen, in Noten gefassten, Liebeserklärung. Von Dave Cobb naturbelassen produziert, fokussiert sich die Truppe hier auf kompakte Roots-Songs und verbannt das Jam-Element konsequent auf die Bühne — so dicht den gemütlichen Black Crowes auf den Fersen waren Blackberry Smoke in ihrer Musik noch nie.
Band Of Spice
Scarlet
VÖ: 2021
Christian „Spice“ Sjöstrand hat seit jeher einen Narren an von Stoner Rock-Schlieren durchzogenem Classic Rock gefressen: Bereits in den Neunzigern veredelte der Schwede vier Alben der Spiritual Beggars mit seinem markantem Gesang, später setzte er mit The Mushroom River Band und Spice And The RJ Band weitere Duftmarken. Auf dem vierten Album seines Trios Band Of Spice geht er diesen Weg weiter.
Artillery
Metal Blade
VÖ: 2021
An packenden Songs mangelte es Artillery im Grunde nie. Auch nicht auf ihrem ersten Album nach dem Tod von Gründungsmitglied Morten Stützer mit nur 57 Jahren. Erneut präsentieren die Dänen jene unverkennbare Mischung, deren Patent sie spätestens seit ihrem Magnum Opus By Inheritance (1990) halten.
Triptides
Alive Naturalsound
VÖ: 2021
Die Triptides bleiben eine der ersten Adressen für sanftmütigen Psychedelic-Rock und Neo-Psychedelia. Wobei dieses siebte Album eine geradezu verblüffende Bodenhaftung auszeichnet, wenn man es etwa mit dem schwebenden, in spacigem Hall gebadeten Vorgänger Visitors (2018) vergleicht, der bald meditative Charakterzüge entwickelte.
Seventh Crystal
Frontiers
VÖ: 2021
Auch wenn sich das Debüt dieser schwedischen Newcomer in den Kontext des modernen Melodic Rock einsortieren lässt und ›When We Were Young‹ wie eine jugendliche Interpretation von Survivor anmutet, ist es sicherlich keine Genre-Platte wie jede andere. Delirium fehlt der oft gleichmachende Pinselstrich des veröffentlichenden Labels.
The Amorphous Androgynous
Jumpin & Pumpin
VÖ: 2020
Wer sich dieses Werk allein wegen Peter Hammills Mitwirkung kauft, bekommt wenig für sein Geld. Sein Gesang ist nur ein Farbtupfer zu Beginn dieses vielschichtigen Trips, für den die Macher, Garry Cobain und Brian Dougans, unter anderem Paul Weller (Gitarre, Piano), Caravan-Saxofonist Brian Hopper und den Gitarristen Ray Fenwick (Spencer Davis Group) hinzugezogen haben.
The End: Machine
Frontiers
VÖ: 2021
Ihr Debüt kam einer zeitgereiften Fortführung dessen nahe, was George Lynch in den frühen Neunzigern mit Sänger Robert Mason bei Lynch Mob anstellte. Phase 2 macht genau dort weiter.
Gary Moore
Provogue
VÖ: 2021
Anfang Februar jährte sich der viel zu frühe Tod von Gary Moore zum zehnten Mal. How Blue Can You Get ist nicht die erste posthume Veröffentlichung von Musik des überragenden Gitarristen. Sehr wohl aber die erste, die nicht bloß Altbekanntes oder Konzertmaterial aus den Archiven aufbereitet: Acht Studio-Nummern sind auf diesem neuen Album versammelt, die so noch nicht zu hören waren.
Cheap Trick
BMG
VÖ: 2021
Ob diese Band jemals die Beachtung erfährt, die ihr zusteht? Mehr als vierzig Jahre nach ihrem legendären At Budokan Live-Hit zeigen Cheap Trick nicht die geringsten Abnutzungserscheinungen mit ihrem liebevoll gepflegten Mix aus zackigem Hardrock und sonnendurchflutetem Power-Pop mit vielen Verweisen auf die Beatles.
Heavy Bones
Bad Reputation
VÖ: 2021
Furchtbares Cover, nichtssagender Name: Unter lausigen Bedingungen haben Heavy Bones 1992 eine solide Rockplatte veröffentlicht, die im Zerfall der bis dahin bestehenden musikalischen Ordnung gnadenlos unterging. Dabei bestand das kurzlebige Quartett aus Sänger Joel Ellis (Cats In Boots), Beinahe-Ozzy-Gitarrist Gary Hoey, Bassist Rex Tennyson (Hellion) und Schlagzeuger Frankie Banali (Quiet Riot, W.A.S.P.).
Wheel
OMN Label Services
VÖ: 2021
Eine dystopische Post-Rock-Atmosphäre läutet den Opener ›Dissipating‹ ein. Dynamische Schleifen, abrupte Wechsel, unvorhersehbare Wendungen und kleine melodische Dissonanzen ergeben eine spannende Reise. Textlich zieht dieser Longtrack seine Inspiration aus der Sci-Fi-Saga Die Hyperion-Gesänge.
The Treatment
Frontiers
VÖ: 2021
Man muss es gleich zu Beginn sagen: Ihr fünftes Album ist deutlich besser, als es das unglaublich schäbige Cover vermuten lässt. Schon immer massiv mit einer australischen Kante gesegnet, haben The Treatment diesmal noch größeren Wert auf eine Kombination ihres Straßen-Hardrock mit Def Leppard-Vibes der alten Ära High’n’Dry gelegt.
Mick Fleetwood & Friends
BMG
VÖ: 2021
Im Februar des vergangenen Jahres lud Mick Fleetwood nach London, um gemeinsam mit einer zusammengestellten Allstar-Band die Frühinkarnation von Fleetwood Mac zu würdigen. Zumindest eine mikroskopisch kleine Hoffnung bestand im Frühjahr 2020, bei diesem Anlass auch Peter Green bewundern zu können.
Neil Merryweather
Regain
VÖ: 2021
Übermäßiger Starrummel war nie das Problem von Neil Merryweather. Am ehesten erinnert man sich an den Bassisten wohl wegen seiner Zusammenarbeit mit Lita Ford auf Out For Blood (1983) und seiner singenden Lebensgefährtin Lynn Carey (Mama Lion) — speziell das Projekt-Album Vacuum Cleaner (1971) hat mit seiner Melange aus sattem Orgel-Rock, Janis Joplin und Delaney & Bonnie starken Eindruck hinterlassen.
Devin Townsend
InsideOut
VÖ: 2021
Auf Live In Leeds frönt Devin Townsend melancholischen New-Age-Klangreisen wie er sie bereits auf Ghost zu Gehör brachte. Bisweilen erklingt die Singer/Songwriter-Kleinkunst in einer spontanen, gelösten Atmosphäre. Nach dem wahnwitzigen Genre-Kaleidoskop Empath hat der Kanadier mit seinen Solo-Performances einen Ort der inneren Einkehr geschaffen. Diese Gig-Nachlese dient als Aufschlag zu einer Reihe von Live-Veröffentlichungen.
Tommy's Rocktrip
Frontiers
VÖ: 2021
Schlagzeuger Tommy Clufetos, der zuletzt für Black Sabbath und Ozzy Osbourne trommelte, hat ein eigenes Projekt ins Leben gerufen. Unter anderem mit Sänger Eric Dover (Slash’s Snakepit) begibt er sich auf einen Streifzug durch fünfzig Jahre Rockgeschichte. Während ›Make Me Smile‹ an Aerosmith erinnert, versprühen die tollen Hammondorgel-Einsätze das Flair des Siebziger-Hardrock von Deep Purple.
Temple Balls
Frontiers
VÖ: 2021
Längst ist der Melodic-Hardrock zur Domäne der Projektzusammenkünfte geworden. Und obwohl nicht gerade wenige darunter erstaunlich gute Qualitäts- und Unterhaltungsarbeit leisten, sind es doch zumeist die Bands des Genres, an die man sich am nachhaltigsten erinnert.
Sylvan
OMN Label Services
VÖ: 2021
Sylvan zählen neben RPWL und Subsignal hierzulande zu den versiertesten Vertretern im Bereich Artrock und Neo-Prog. Die Norddeutschen verstehen es, den Esprit der Siebziger mit den poppigen Achtzigern zu vermählen. Fünf Jahre nach ihrem letzten Album Home führen Sylvan ihren Stil auf One To Zero zu einer weiteren Meisterleistung.
Grave Digger
Metalville
VÖ: 2005
Angesichts ihrer langen Karriere ist es durchaus verwunderlich, dass die Gladbecker Metal-Originale Grave Digger lediglich drei Live-Alben in ihrer Diskografie stehen haben, die zudem allesamt aus diesem Jahrtausend stammen. Das umfangreichste dieser drei ist 25 To Live, das 2005 zum 25-jährigen Bandjubiläum erschien, nun unverändert neu aufgelegt wurde und sozusagen ein live aufgenommenes Best-of-Album ist.
Jerry Garcia, Merl Saunders
Round
VÖ: 2020
Bereits vor ihrem kurzlebigen Bandprojekt Legion Of Mary (1974) trafen der Jazz-geschulte Organist Merl Saunders und Jerry Garcia als Gitarrist und Sänger von Grateful Dead immer wieder aufeinander. Obwohl Grateful Dead zwischen 1971 und 1972 ausgiebig durch Amerika tourten, traten sie regelmäßig im Keystone Korner in San Francisco auf, wo am 21. Mai 1971 dieser Konzertmitschnitt entstand.
Flesh & Blood
Now & Then
VÖ: 2021
Ursprünglich 1997 erschienen, war das einzige Album der kurzlebigen Flesh & Blood trotz seiner prominenten Besetzung für viele Jahre kaum aufzutreiben. Von Keyboarder Mark Mangold ins Leben gerufen, sind mit Sänger Danny Vaughn (Tyketto), Gitarrist Al Pitrelli (Savatage) und Drummer Chuck Bonfante (Saraya) und weitere prominente Vertreter der New Yorker Szene involviert.

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