Ryley Walker

Course In Fabel

Husky Pants
VÖ: 2021

Wendungsreiche Vielfalt

Course In Fable ist das sechste Solo-Album des 31-jährigen Ryley Walker innerhalb von sieben Jahren. Und das ist noch nicht alles: Mehrere Kooperations-Platten hat der aus Chicago stammende Songwriter zudem veröffentlicht, unter anderem mit dem Free-Jazz-Schlagzeuger Charles Rumback — erst vor wenigen Wochen erschien zudem in Deep Fried Grandeur eine LP, auf der der mittlerweile in New York City beheimatete Walker zwei überlange, komplett improvisierte Stücke festhielt, die zusammen mit der japanischen Psychedelic-Rock-Formation Kikagaku Moyo entstanden.

Kein herkömmlicher Gitarrenbarde also. Und dass er mit einem Bein mittendrin im Jam-Rock steht und von jener Szene-Klientel besonders verehrt wird, lässt sich an dem tollem The Lillywhite Sessions (2018) ablesen, auf dem er das von der Dave Matthews Band 1998 als Nachfolger zu Before These Crowded Streets aufgenommene, letztlich aber wieder verworfene Album in Gänze interpretierte.

Course In Fable hat von alledem etwas: Da ist sein mit reichlich entspanntem Understatement in der Stimme vorgetragener Singer-Songwriter-Folk, genauso aber das Prog-Element (Walker ist bekennender Genesis-Fan), das sich in ideen- und wendungsreichen Songstrukturen und aparten Timing-Wechseln niederschlägt bis hin zu Ausschmückungen, die man im Jazz- und Post-Rock verorten könnte. Ein ganz enormes Album.

(9/10)

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