The Vintage Caravan

Monuments

Napalm
VÖ: 2021

Abgedunkelt und monumental

Die Isländer dürften dem Geheimtipp-Status spätestens mit ihrem starken vierten Album Gateways (2018) entwachsen sein, auf dem die drei jungen Musiker nur noch dezent ihre großen Vorbilder wie Cream, Led Zeppelin oder Robin Trower zitiert und hörbar um eigenes Profil gerungen haben. Dass sie endgültig auf eigenen Füßen stehen, beweist nun vor allem ein selbstbewusster Monster-Song wie ›Crystallized‹, der mit beeindruckender Leichtigkeit Akustikeinschübe, einen dynamischen Riff und eine coole Melodie vereint und im swingenden Mittelteil sogar kurz King Crimson in Erinnerung ruft.

Ansonsten verpacken The Vintage Caravan ihre guten Ideen zunehmend in knappe, kompakte, Songs wie ›Can’t Get You Off My Mind‹, gleichermaßen heavy und super-melodisch und durch Prog-affine Temposchlenker sowie psychedelische Schwaden verfeinert. Herausragend auch das durch elektronische Gimmicks verfremdete Jamrock-Gewitter ›Forgotten‹ und ›Dark Times‹, in dem die wundersam abgedunkelten Melodien des Trios betören, die ihre Herkunft ganz und gar nicht verleugnen können. Den krönenden Abschluss bildet das folkige ›Clarity‹, dessen episches Finale sich bedächtig aus einem ekstatischen Gitarrensolo herausschält.

(7.5/10)
TEXT: MARKUS BARO

ROCKS PRÄSENTIERT

DAS AKTUELLE HEFT