In Continuum

Acceleration Theory Part Two — Annihilation

Recplay
VÖ: 2019

Wohlfühl-Prog für Anspruchsvolle

Dave Kerzner und eine lange Liste befreundeter Musiker (darunter Marco Minnemann, Nick D’Virgilio, John Wesley, Jon Davison, Michael Sadler) setzen die Geschichte über das Schicksal der Menschheit und die Begegnung mit außerirdischem Leben fort. Mit Stilmitteln und musikalischen Versatzstücken, die ihre Inspiration durch Altvordere wie Genesis, Pink Floyd und Yes nie verleugnen, schwankt das Album zwischen Beklemmung und gelegentlich bombastischem, aber selten ins Klischeehafte abgleitenden Wolfühl-Prog der Marke Alan Parsons.

›You Don’t know How It Feels‹ ist ein Kuschelkissen mit spacigem Flirren und schmeichelnden Chorgesängen. Dann wieder gibt es Pink Floyd-Anklänge in ›The Path‹ mit kristallklarem Georgel zu schrägem Taktmaß im Mittelteil, wie es weiland Genesis zelebrierten. Immer wieder gelingt es, Atmosphäre zu schaffen, auch wenn da gar keine ist, in der man atmen könnte: ›You Know What You Are‹ klingt, als sänge ein Astronaut von ganz weit her aus dem Orbit durch den luftleeren Raum. Das zwanzigminütige ›Annihilation‹ ist eine Achterbahnfahrt finster dräuender Klängen über lichte, so noch nicht gehörte Gesangsarrangements — hin zum kompletten Bauchladen zeitgenössischen Progs mit Traditionsbewusstsein.

(7.5/10)

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