Redemption

The Art Of Loss

Metal Blade
VÖ: 2016

Vier Gitarren für ein Halleluja

Vom Glück verfolgt sind die US-Prog-Metaller um Fates Warning-Frontmann Ray Alder nicht: Gitarrist und Kreativkopf Nick Van Dyk war dem Tod nach einer Blutkrebs-Therapie noch nicht lange entronnen, da erlitt Bernie Versailles, sein Saitenkollege bei Redemption, 2014 ein Aneurysma und fiel vorübergehend ins Koma. Weil Versailles bis heute an den Folgen laboriert, engagierte die Gruppe für ihr anstehendes Album Ersatz — und erwählte kurioserweise mit Chris Poland, Marty Friedman und Chris Broderick gleich drei ehemalige Megadeth-Klampfer.

An die Thrash-Größe um Dave Mustaine erinnert in den neun Songs allerdings kaum etwas. The Art Of Loss ist typisch Redemption, obgleich besonders Chris Poland Stücken wie ›Slouching Towards Bethlehem‹ und ›Thirty Silver‹ mit wieselflinken Shredder-Soli seinen Stempel aufdrückt. The Art Of Loss klingt insgesamt weniger düster und bedrückend als der sehr roh produzierte Vorgänger This Mortal Coil (2011). Vor allem in eingängigen Momenten wirkt die Scheibe wie der Nachfolger des exzellenten Snowfall On Judgement Day (2009), ohne dessen Klasse über die gesamte Spielzeit zu halten.

(8/10)

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