Robert Lawson

Still Competition: The Listener’s Guide To Cheap Trick

Friesen Press
VÖ: 2017

Wettlauf der Fakten

Seit 45 Jahren verbindet das Quartett aus Rockford im US-Bundesstaat Illinois auf unnachahmliche Weise Power-Pop und Hardrock. Doch außer Mike Hayes und Ken Sharp, die 1998 Reputation Is A Fragile Thing: The Story Of Cheap Trick auf den Markt brachten, fühlte sich bislang niemand berufen, über die 2016 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommene Band ein Buch zu verfassen.

Das nun erschienene Still Competition ist, wie der Titelzusatz The Listener’s Guide To Cheap Trick andeutet, weniger klassische Bandbiografie als vielmehr eine Kombination aus Musikanalyse, biografischem Flickenteppich und Faktensammlung — und zwar eine staubtrockene. Lawsons Modus Operandi ist der gleiche wie schon zuvor bei Razama-Snaz! The Listener’s Guide To Nazareth: Nach einem kurzen Abriss zu Bandgründung und Anfangsjahren hangelt sich der Autor streng chronologisch von Album zu Album, wobei die 2017 veröffentlichten We’re All Alright! und Christmas Christmas aus Aktualitätsgründen fehlen.

Jedem von ihnen ist ein nach dem immer gleichen Schema aufgebautes Kapitel gewidmet. Zunächst umreißt Lawson kurz die Situation der Band vor der jeweiligen Platte und ab und an die Wahl des Produzenten („Background“), bevor er jeden Song einzeln — manchmal mit nur einem einzigen Satz — vorstellt („Album Overview“), gefolgt von einem Überblick über die ausgekoppelten Singles samt Chartplatzierungen, Videoclips sowie Promo-Auftritte der Band in Radio und Fernsehen, häufig noch ergänzt um in der Regel schrecklich öde Konzerteindrücke/Anekdoten von Fans („Release And Reception“); abgerundet werden die meisten Kapitel von Infos zu Re-Releases samt Bonustracks, alternativen Song-Versionen und B-Seiten sowie diversen Raritäten („Reissues, Remasters And Re-Recordings“).

Lawson berücksichtigt dabei auch die Solowerke von Sänger Robin Zander und Ex-Drummer Bun E. Carlos. Die mit großem Fleiß zusammengetragene Faktenmasse verdient fraglos Respekt, doch Still Competition funktioniert aufgrund seiner Konzeption und Umsetzung eher als Nachschlagewerk denn als unterhaltsame Lektüre.

Keine Wertung

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