UFO

Pete Way (1951-2020)

Trauer um Pete Way: Der legendäre UFO-Bassist ist den Verletzungen erlegen, die er sich vor zwei Monaten bei einem Unfall zugezogen hatte. Er wurde 69 Jahre alt.

Peter Frederick "Pete" Way war ein Star. Und eine der ganz großen Persönlichkeiten des Rock.

Sein kraftvolles und melodisch-prägnante Spiel auf seinem ikonischen Firebird-Bass war das Herzstück zahlloser Klassiker, die er mit der Hardrock-Formation UFO erschuf — nachfolgende Instrumentalisten-Generationen hat er damit ebenso begeistert und beeinflusst wie mit seiner wilden Bühnenperformance.

1969 gründete Way gemeinsam mit Phil Mogg, Andy Parker und Mick Bolton die Band Hocus Pocus, die sich bald in UFO umbenennt. Evergreens wie ›Shoot Shoot‹, ›Lights Out‹ und ›Only You Can Rock Me‹ tragen Ways Autorennamen; zu hören ist er auf den Studioalben Phenomenon (1974), Force It (1975), No Heavy Petting (1976), Lights Out (1977), Obsessions (1978), No Place To Run (1980), The Wild, The Willing And The Innocent (1981) und Mechanix (1982).

Unterschiedliche Auffassungen über die musikalische Ausrichtung, persönliche Streitereien und sein zunehmend außer Kontrolle geratener Alkohol- und Drogenkonsum führten 1982 zu seinem Ausstieg.

Im Anschluss wirkte Pete Way als Produzent an dem Debütalbum von Twisted Sister mit (Under The Blade), ehe er gemeinsam mit dem frisch von Motörhead getrennten Gitarristen “Fast” Eddie Clarke und dem einstigen Humble Pie-Schlagzeuger Jerry Shirley die Combo Fastway gründete, die er aufgrund vertraglicher Verpflichtungen allerdings noch vor der Aufnahmen ihrer ersten Platte wieder verlassen musste.

Waysted nannte er seine nächste Band, mit der er mehrfach im Studio stand. Im Dezember 1982 eröffneten Waysted die britischen Konzerte für Ozzy Osbourne.

Zudem sprang der glamouröse Pete Way in der Band des Madman als temporärer Ersatz für Rudy Sarzo ein — eine Zusammenarbeit, die laut dem Bassisten schon deshalb nicht dauerhaft funktionieren konnte, weil er mit seinem Lebenswandel zu schlechten Einfluss auf den selbst nicht unbedingt als Abstinenzler bekannten Osbourne ausgeübt habe.



Auf ihrer dritten LP Save Your Prayers stellte sich 1986 in Danny Vaughn der zukünftige Sänger von Tyketto der Öffentlichkeit vor. In Gitarrist Paul Chapman, Keyboarder Paul Raymond und Schlagzeuger Andy Parker erlebte der Bassist bei Waysted immer wieder Unterstützung ehemaliger UFO-Gefährten; Ende der Neunziger entstanden zudem zwei Projekt-Alben mit Phil Mogg unter dem Banner Mogg/Way.

Für High Stakes & Dangerous Men (1992) kehrte Pete Way schließlich zu UFO zurück, die drei Jahre später ein kurzzeitiges Comeback ihrer Klassiker-Besetzung mit Gitarrist Michael Schenker erlebten (Walk On Water). Way bleibt vorerst bei UFO: Erst 2008 muss er sich aus der Band zurückziehen.

Seinem Ruf als Partyhengst wurde Way mehr als 40 Jahre lang gerecht — doch sein Körper forderte Tribut: Schwere Leberschäden und eine Hepatitis-Erkrankung überstand der Engländer, der in den vergangenen Jahren auch Prostatakrebs und einem Herzinfarkt trotzte.

2017 veröffentlichte der Bassist seine Autobiografie A Fast Ride Out Of Here: Confessions Of Rock's Most Dangerous Man, ehe er im Anschluss seine Pete Way Band aus dem Boden stampfte.

Ein neues Solo-Album namens Walking On The Edge, auf dem Gastbeiträge von Freunden und Bewunderern wie Slash (Guns N'Roses) und Nikki Sixx (Mötley Crüe) zu hören sein sollen, hat der Bassist gemeinsam mit Produzent Mike Clink in jahrelanger Arbeit zwar fertiggestellt, aber noch nicht veröffentlicht.

Nun ist Pete Way im Alter von 69 Jahren in einem Krankenhaus in Bournemouth verstorben. Er hinterlässt seine beiden Töchter Zowie und Charlotte sowie Ehefrau Jenny.

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