Yes

Topographic Drama - Live Across America

Rhino
VÖ: 2017

Umstrittenes ohne Emotion

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass die Progressive-Urgesteine auf ihrer vergangenen Welttour gleich zwei ihrer am kontroversesten Werke in den Fokus stellten. Yes spielten ihr letztes Album aus den Achtzigern in voller Länge: Drama, entstanden erstmals ohne Sänger Jon Anderson, stieß damals mit seinem New-Wave-Touch und der Gitarren-Betonung auf wenig Gegenliebe. Aber Lieder wie ›Tempus Fugit‹ oder ›Into The Lens‹ fügen sich trotz der gewöhnungsbedürftigen Kirmes-Orgel und krachenden Riffs von Steve Howe heute erstaunlich gut in den Yes-Klangkosmos ein — und kommen vor allem Sänger Jon Davison gut gelegen.

Längen offenbaren dagegen die beiden Mammutstücke ihres esoterischen Meisterstreichs Tales From Topographic Oceans, die vor allem bei ›Ritual‹ ohne Rick Wakemans Tastenbombast arg ereignisarm vor sich hin plätschern und dazu noch reichlich emotionslos abgespult wirken. Wiederum retten der engagiert wirkende Gitarrist und die quirlige Schlagzeugarbeit von Trommler Alan White eine Aufführung, die mit Klassikern wie ›Roundabout‹ und ›Starship Trooper‹ noch ein versöhnliches Ende findet.

Keine Wertung
TEXT: MARKUS BARO

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