Bad Company
Live In Concert 1977 & 1979
Warner
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Spätes Konzert-Glück

Ruft man sich den Giganten-Status ins Bewusstsein, den Bad Company in den Siebzigern in den USA innehatten, wundert die magere Ausbeute historischer Konzertmitschnitte schon sehr: Regulär auf Tonträger gab es bislang keinen einzigen. 2006 versuchte das englische Label Angel Air, diese Lücke mit Live Albuquerque, NM, USA — 1976 zu schließen, allerdings verhinderten Lizenz-Streitigkeiten die Auslieferung an den Handel: Die wenigen kursierenden Exemplare dieser Doppel-CD sind heute gesuchte und teure Sammlerstücke. Dass die eigentliche Premiere nun ausgerechnet zwei Konzerte der Jahre 1977 und 1979 bestreiten, kommt unerwartet. Mit Bad Company (1974), Straight Shooter (1975) und Run With The Pack (1976) haben Sänger Paul Rodgers, Gitarrist Mick Ralphs, Bassist Bozz Burrell und Schlagzeuger Simon Kirke drei einmalige Alben veröffentlicht, die der Band mit ihrem ökonomischen und vom Soul wie auch vom Blues durchflossenen Hardrock zu einem beispiellosen Aufstieg in Amerika verhalfen.

Zeit zum Luftholen hatten Bad Company in dieser Zeit nicht, was sich 1977 auf ihrer vierten Platte Burning Sky niederschlug, die zwischen einigen strahlenden Höhepunkten vergleichsweise fahrig wirkt. Der starke, schwere Titelsong gibt den Opener, ›Too Bad‹ wirkt mit seinem Ein-Gitarrenarrangement gleich Welten weniger spektakulär und drückend als auf Konserve. In ›Heartbeat‹ greift dann auch Rodgers zur zweiten Gitarre: Das Stück mit seinem tänzelndem Bass bekommt in dieser Live-Fassung einen leicht anderen Drall und wogt kurz nach dem schmucken Twin-Gitarren-Solo sogar zeitweilig Grateful Dead entgegen. Dazu überzeugt wie im Studio auch vor allem das herrlich verwegene ›Leaving You‹ — überraschend starke Live-Fassungen von ›Like Water‹ (mit geschmackvollen Slide-Gitarren) und ›Man Needs Woman‹ und diverse Klassiker der ersten Platten runden die am 23. Mai 1977 im Summit House in Texas mitgeschnittene Show ab. Die Aufnahme der zweiten CD stammt vom neunten März 1979 in der Londoner Wembley Arena und stellt großzügig das erst ein paar Tage später erschienene Desolation Angels ins rechte Licht, mit der sich Band Company auf der Schwelle zum neuen Jahrzehnt präsentierten: mit bis ins Kleinste ausgetüftelten Stücken und etlichen neuen (Gitarren-)Sounds. Die Interpretation von ›Hey Joe‹ stammt vom 26. Juni 1979 aus dem Captiol Centre in Washington, DC.

Empfehlenswert. Wer jedoch die hungrigen, ungestümen Bad Company der frühen Jahre nachempfinden will, sollte sich auf gar keinen Fall davon abhalten lassen, sich auch auf die Suche nach Live Albuquerque, NM, USA — 1976 zu begeben.

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