Badger
One Live Badger
Esoteric
5
Kurios und live

1971 verlässt Keyboarder Tony Kaye unfreiwillig Yes — gemeinsam mit Sänger und Gitarrist Brian Parrish, Bassisten David Foster und Schlagzeuger Roy Dyke (vormals Ashton, Gardner & Dyke) gründet er Badger. Als Yes 1972 mehrere Shows im Rainbow Theatre in London aufnehmen, die sie später für Yessongs verwenden, spielen Badger im Vorprogramm zwei intensive Konzerte, die sie ihrerseits mitschneiden und von Jon Anderson zu ihrer ersten LP produzieren lassen. Eine Kuriosität, auch angesichts der Tatsache, dass die Band zuvor erst einmal live aufgetreten war. Mit der Musik von Yes haben ihre sechs klassischen Rocksongs kaum Berührungspunkte haben, die voller süffiger Melodien, geschmackvoller Unisono-Passagen und sehr traditionalistischer Soloarbeit von Kaye und Parrish stecken. Man hört dem Album die improvisierten Umstände an, unter denen es entstand, aber auch das Feuer der Performance, die spätestens auf Fosters rollendem Bass in ›River‹ und Kayes blitzblankem Hammond-Solo in ›On My Way To Heaven‹ abhebt und in eine größere Zukunft weist. Die es nicht geben sollte: Beim zweiten und letzten Album White Lady (1974) sind Parrish und Foster nicht mehr an Bord. Keine Bonustracks. Das gelungene Remastering und die ausführliche Liner Notes machen die Veröffentlichung dennoch zu einem Muss.
 

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