Cheap Trick
Bang Zoom Crazy…Hello
Big Machine
4
Alter schützt vor Frische nicht

Cheap Trick wissen, was sich gehört. Pünktlich zu ihrer Aufnahme in die Rock And Roll Hall Of Fame haben die Power-Pop-Veteranen ihr erstes Album seit sieben Jahren in die Läden gestellt. Und was für eins. Ebenso wundervoll wie die beatleske Melodie-Oase The Latest (2009) und doch ganz anders. Bang Zoom Crazy…Hello ist deutlich näher am Hardrock gebaut — schon allein deshalb, weil Rick Nielsens Gitarre in Stücken wie dem stürmischen Opener ›Heart On The Line‹ (House Of Lords hatten diese von Nielsen mitgeschriebene Nummer 1990 auf ihrer LP Sahara, diese neue Fassung ist Welten besser) und dem hübsch kratzbürstigen, die ganz frühen Tage von Cheap Trick heraufbeschwörenden ›Do You Believe Me?‹ so viel Betrieb macht wie lange nicht. Schier verblüffend ist die Frische, Energie und hörbare Lust, mit der die seit 43 Jahren aktive Formation auf ihrem 17. Album zur Tat schreitet. Das Händchen für Ohrwürmer, denen bei aller Eingängigkeit meist etwas dezent Abseitiges innewohnt, ist ihr in ihrer langen Karriere trotz schwindender kommerzieller Erfolge ohnehin nie abhanden gekommen. Das auf Hochglanz polierte, melancholische ›When I Wake Up Tomorrow‹, in der Sänger Robin Zander stimmlich David Bowie nacheifert, wäre in einer gerechten Welt ebenso ein Hit wie die Siebziger-Glam-Hommage ›Blood Red Lips‹ oder die durch geschickt platzierte Harmoniegesänge veredelte Hymne ›No Direction Home‹. Auch eine anfangs unscheinbare Nummer wie ›The Sun Never Sets‹, die in exakt vier Minuten The Who, den Beatles und Queen die Ehre erweist, entpuppt sich als Volltreffer. Das Vergnügen wird lediglich durch das seltsam unmotivierte ›The „In“ Crowd‹ (im Original eine Mittsechziger-R&B-Nummer) und das monotone ›All Strung Out‹ leicht getrübt, das durch Zanders Sprechgesang Assoziationen zu The Velvet Underground weckt. Doch die Sonne scheint bekanntlich erst nach ein bisschen Regen wirklich schön.

ROCKS präsentiert

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