Glenn Hughes
Resonate
Frontiers
4
Strahlkraft ohne Zappelphilipp

Nach der hässlich geräuschvollen Implosion von Black Country Communion hat es Glenn Hughes einem nicht unbedingt leicht gemacht. Sein Nachfolgetrio California Breed klang in seiner schrill lärmenden Schroffheit eher nach einer Identitätskrise denn nach der Schmelze von Led Zeppelin, Cream und den Rival Sons, die der singende Bassist damit eigentlich im Sinn gehabt hatte. Dementsprechend mulmig konnte einem zumute werden, als der frühere Trapeze- und Deep Purple-Musiker überraschend ein neues Solo-Album ankündigte. Ein hartes Rock-Album noch dazu, nur wenige Monate vor dem Studiogang der mittlerweile wiedervereinigten Black Country Communion. Da schien die Wahrscheinlichkeit recht hoch, Lieder von der Resterampe vorgesetzt zu bekommen, zumindest aber Ideen, die für die zugkräftige Supergroup womöglich nicht stark genug sind.
Sollte dies tatsächlich so sein, darf von jener Platte einiges erwartet werden, denn Resonate ist ein unerwartet starkes Album geworden. Ein astreines und zudem voluminöses Heavy-Rock-Album noch dazu, dessen Schlüssel in der Strahlkraft von Lachy Doleys Hammond-Orgel zu finden ist. Die spielt nicht immer an allervorderster Front wie in ›Steady‹, bricht aber immer wieder an den richtigen Stellen aus und sorgt im Wechsel mit stimmungsvollen Mellotron-Einschüben für Farbe zwischen den finster grollenden und breitbeinig solierenden Gitarren. Das angriffslustig stampfende ›My Town‹ etwa klingt wie eine Umdeutung der Songs von Addiction (1996) in den Classic-Rock; ähnlich geschickt spielen ›Flow‹ und ›God Of Money‹ mit dem Kontrast von schleppenden Riff-Grooves zu aufpeitschenden süffigen Refrains — und Killer-Orgel. In ›Landmines‹ und ›Let It Shine‹ geht es schließlich doch noch betont funky zu.
Davon abgesehen aber scheint Hughes sehr genau darauf geachtet zu haben, dass Funk, R&B und Zappelphilipp nicht zu sehr mit ihm durchgehen. Schlagzeuger Chad Smith (Red Hot Chili Peppers) hätte es nicht unbedingt gebraucht in ›Heavy‹ und ›Long Time Gone‹. Auch so ist Resonate das womöglich stärkste Hughes-Album seit Soulmover.

 

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