Mötley Crüe
The End — Live In Los Angeles
Eagle Vision
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Mega-Sause mit Mängeln

Nach 35 Jahren zogen Mötley Crüe am Silvesterabend 2015 einen Schlussstrich unter ihre höchst erfolgreiche Karriere: Im ausverkauften Staples Center ihrer Heimatstadt Los Angeles baten die exzesserprobten Hardrocker zur letzten Sause, umrahmt von einer dem Anlass angemessenen Show der Superlative. Von Anfang an knallt, zischt und lodert es in einer Tour: Mötley Crüe fahren riesige Feuersäulen und Pyros in rauen Mengen auf, dazu kommt Nikki Sixx' Flammenwerfer-Bass bei ›Shout At The Devil‹, zwei an Kranarmen befestigte Plattformen, auf denen Sixx und Sänger Vince Neil bei ›Kickstart My Heart‹ über den Zuschauern schweben —  Kiss und Rammstein bieten kaum mehr Spektakel. Und natürlich darf auch die „Crüecifly“ nicht fehlen, Tommy Lees Schlagzeug-Achterbahn, die ausgerechnet mitten im letzten Konzert den Geist aufgibt, was den Entertainment-Faktor von The End — Live In Los Angeles noch erhöht. Ein Schelm, wer da an Zufall glaubt. Musikalisch jedoch ist nicht alles perfekt inszeniert: Die ohnehin eher schmalbrüstige Setliste der The End-Tour um das Sex Pistols-Cover ›Anarchy In The U.K.‹ erleichtert. Frontmann Vince Neil schleppt mächtig Übergewicht mit sich herum und hat in höheren Passagen arg zu kämpfen (›Same Ol' Situation‹, ›Don't Go Away Mad‹) — ganz zu schweigen von der Tatsache, dass er wie üblich ständig irgendwelche Textwörter auslässt. Nachträglich bearbeitet wurde sein Gesang in Teilen vermutlich dennoch, wenngleich weniger offensichtlich als 2005 bei Carnival Of Sins. Bild und Ton der DVD sind gut, als störend erweisen sich lediglich einige seltsame Kamerapositionen und der etwas überstrapazierte Einsatz von Zeitlupeneffekten. Für Fans ist The End trotz dieser Kritikpunkte dennoch ein Muss — und bei der Zugabe ›Home Sweet Home‹ dürfte nicht nur Vince Neil die eine oder andere Träne verdrücken.        
 

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