Accept

Blind Rage

Nuclear Blast
VÖ: 2014

Frisch und relevant

Was Accept seit ihrer letzten Reformation vor fünf Jahren geschafft haben, verdient allerhöchsten Respekt. Anders als viele ihrer ikonischen Kollegen, die gern lamentieren, dass ihre Anhängerschaft ja eh nur die alten Kamellen hören möchte, wird die teutonische Stahlschmiede auch nach vielen Jahrzehnten im Geschäft nicht müde, hochklassiges Material zu veröffentlichen, das Herzblut und Begeisterung verströmt. Der Dankbarkeit ihrer Fanscharen können sie sich sicher sein. Unzählige Klassiker haben Accept zu verantworten, und doch werden bei ihren Konzerten die jüngsten Alben Blood Of The Nations und Stalingrad mindestens genauso abgefeiert. Auch Blind Rage besitzt etliche Kracher, die schon bald zu gern gehörten Standards zählen sollten.

Den kreativen Köpfen Wolf Hoffmann und Peter Baltes gelingt es, den ureigenen Stil zu bewahren und trotzdem vital und zeitgemäß zu klingen. Sänger Mark Tornillo darf sich in ›Wanna Be Free‹ und ›From The Ashes We Rise‹ von seiner melodischen Seite zeigen, und Hoffmann macht zu jeder Sekunde deutlich, dass er seinem Ruf als einer der einflussreichsten Gitarristen des Heavy Metal gerecht werden will. Im Nackenbrecher ›Final Journey‹ etwa, der einen instrumentalen Mittelteil samt Grieg-Adaption  (›Morgenstimmung‹) spendiert bekommt. Dazu verneigen sich Accept in ›Dying Breed‹ vor ihren musikalischen Helden und flechten etliche Bandnamen und Zitate in die Nummer ein. Wer so gekonnt mit seinen Markenzeichen spielt, ohne in automatisierte Muster zu verfallen, verliert so schnell nicht an musikalischer Relevanz.

(8.5/10)

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