Anthony Robustelli

Steely Dan FAQ — All That’s Left To Know About This Elusive Band

Backbeat Books
VÖ: 2017

Gehaltvolle Häppchen-Lektüre

Im Rahmen der FAQ-Buchreihe des US-Verlags Backbeat Books, die neben Filmen und Fernsehserien vor allem die Karrieren namhafter Rock-Formationen wie Grateful Dead, Guns N’Roses oder auch Rush en détail beleuchtet, kommt nun auch eine Band zu Analyse-Ehren, die vor allem in den Siebzigern mit einer eleganten Mischung aus Jazz, Rock, Pop, R&B und Funk Maßstäbe setzte: Steely Dan. Die Bücher, die über sie existieren, kann man problemlos an einer Hand abzählen — nicht zuletzt deshalb, weil ihre prägenden Köpfe, Sänger und Keyboarder Donald Fagen und Gitarrist Walter Becker, nur sehr selten Interviews geben. Als Standardwerk zum Thema gilt gemeinhin Reelin’ In The Years von Brian Sweet, das 2016 als erweiterte, aktualisierte Neuauflage noch einmal auf den Markt kam.

Mit Steely Dan FAQ legt der Amerikaner Anthony Robustelli, der in New York Musik studierte und in I Want To Tell You ein Buch über die Werke der Beatles verfasste, nun eine lohnende Alternative vor. Sie entstand wie Reelin’ In The Years ohne Mitwirken von Fagen und Becker, nimmt den Werdegang der Gruppe, ihre Alben und deren Entstehung im Studio (das Duo wurde rasch berühmt-berüchtigt für seine perfektionistische, unzählige Musiker verschleißende Arbeitsweise) aber vergleichbar akribisch, gut recherchiert und sprachlich geschliffen unter die Lupe. Im Unterschied zu Sweet geht Robustelli dabei nicht streng chronologisch vor, sondern durchbricht den historischen Verlauf immer wieder durch eingeschobene Kapitel zu beteiligten Session-Musikern, separat gehaltene Schilderungen ihrer Tourneen oder eine ausführliche Auflistung von Fagens und Beckers Aktivitäten als Produzenten und Session-Musiker für andere Künstler.

Steely Dan FAQ ist somit auch als gehaltvolle Häppchen-Lektüre für zwischendurch geeignet. Das Duell mit Reelin’ In The Years entscheidet das Buch knapp für sich — auch weil die Schilderung der Ereignisse nach der Reunion 1993 weniger gehetzt wirkt als bei Sweet.

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