Billy Sherwood

Citizen: In The Next Life

Frontiers
VÖ: 2019

Seit dem Tod des Yes-Gründers Chris Squire sorgt Sherwood für die tiefen Töne bei den Prog-Veteranen, ein Projekt im Alleingang zu stemmen, überfordert den 54-Jährigen indessen hörbar. Gäste wie Steve Hackett oder Rick Wakeman waren auf dem Debüt seines Babys Citizen mit ziemlich farblosen Beiträgen vertreten, auf In The Next Life hat der vielseitige Musiker gleich alle Instrumente im Alleingang eingespielt, was in Liedern wie ›We Shall Ride Again‹ oder ›Sailing The Seas‹ unangenehm an den künstlerischen Yes-Offenbarungseid Open Your Eyes erinnert — den Sherwood zu verantworten hatte.

Dabei hätte das textliche Konzept eine spannendere musikalische Umsetzung sicher verdient gehabt. Ein Individuum begegnet auf seiner Reise durch die Zeit bekannten Persönlichkeiten wie dem Maler Monet, Christopher Columbus oder der Weltkriegsspionin Mata Hari. Klingt interessanter als es ist, zumal die Scheibe an banalen Melodieführungen, einer leblosen Produktion, furchtbar platten Arrangements und Sherwoods nicht eben ausdrucksstarkem Gesang krankt. Einzig das abschließende, neunminütige ›Hold Quiet‹ bietet mit Weltmusik-Elementen etwas Atmosphäre.

Keine Wertung
TEXT: MARKUS BARO

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