Black Label Society

Catacombs Of The Black Vatican

Mascot
VÖ: 2014

Der Motor läuft auch ohne Bier

Seit 1998 treiben Black Label Society ihr Unwesen, und bei einer Werkschau der bisherigen acht Studioalben ist unschwer zu erkennen, dass Bandboss Zakk Wylde seine gewinnbringende Formel in all den Jahren nicht sonderlich verändert hat.

Auch wenn dem Ex-und-immer-wieder-Gitarristen von Ozzy Osbourne durch die ärztlich verordnete Abstinenz wohl eine bislang entscheidende Zutat im kreativen Prozess abhanden gekommen ist, hat das keine spürbaren Auswirkungen auf die elf Stücke von Catacombs Of The Black Vatican. Wenn Wylde in Interviews scherzhaft anmerkt, dass der einzige Unterschied zu früheren Kompositionen die neuen Songtitel sind, ist bei allem Witz ein Körnchen Wahrheit enthalten. Experimente sind seine Sache nicht, und warum soll er seinen Stil auch ändern?

Die Fangemeinde liebt die zähen Lavariffs, die er bei Stücken wie ›In My Dying Time‹ und ›Damn The Flood‹ aus den Amps fließen lässt, oder die gewohnte Huldigung der Urväter Black Sabbath — diesmal etwa mit dem tonnenschweren ›Empty Promises‹, das auch direkt aus Iommis lädierten Fingerkuppen stammen könnte. Auch die üblichen Grunge-Einflüsse lässt er gleich beim von Alice In Chains geschwängerten Opener ›Fields Of Unforgiveness‹ aus dem Sack.

Doch egal, wie sehr Wylde optisch den grimmigen Biker-Waldschrat verkörpern mag — seine wahre Stärke offenbart sich seit eh und je in den melancholisch-gefühlvollen Balladen. Wenn der Gitarrist vom ›Angel Of Mercy‹ singt und bei ›Scars‹ auf Narben der Enttäuschung zurückblickt, kommt er dabei ohne tränendrüsigen Kitsch aus und ist gerade deshalb ergreifend und authentisch. Hier kann er auch stimmlich die Akzente setzen, die Wylde bei härteren Stücken meist abhanden kommen, wo er dann immer wieder als Osbourne-Klon endet.

Unterm Strich hat sich bei Black Label Society also nichts geändert, und die Anhängerschaft darf sich beruhigt die nächste Dose Bier öffnen, wenn sie Catacombs Of The Black Vatican genießt — am besten als limitierte Erstauflage mit zwei zusätzlichen Bonustracks.

(8/10)

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