Blues Pills

Devil Man

Nuclear Blast
VÖ: 2013

Auf der richtigen Fährte

Vintage-Rock am Schürzenbund solch tonangebender Bands wie Graveyard ist mittlerweile ziemlich überstrapaziert. Und doch zeichnen sich im Dickicht hin und wieder Formationen ab, bei denen es sich lohnt, genauer hinzuhören. So auch bei diesem amerikanisch-schwedisch-französischen Quartett, bei dem es zwar auch verdächtig dampft und kratzt und scheppert, insgesamt aber vergleichsweise luftig zugeht. Und vor allem: musikalisch richtig clever. Zum einen fällt dies zurück auf Sängerin Elin Larsson, die den vier Stücken dieser EP gehörig Soul injiziert und Akzente setzt. In gleichen Zügen sind es aber auch die Arrangements der Songbauten, mit denen sich die Blues Pills in ihrem Metier zu etwas ganz Besonderem machen.

Von dem relativen Getöse im Titelstück sollte man sich nicht auf eine falsche Fährte führen lassen: Das mit tollen Ausbrüchen der Gitarre ausgestattete ›Time Is Now‹, das traurige ›The River‹ und auch ›Dig In‹ verarbeiten tatsächlich die Sorte des psychedelischen Bluesrock, den Peter Green in den ausklingenden Sechzigern mit Fleetwood Mac auslotete (Then Play On). In der Verbindung mit Larssons Gesang entsteht hier Einmaliges.

Keine Wertung
TEXT: DANIEL BÖHM

ROCKS PRÄSENTIERT

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