Coogans Bluff

Metronolis

Noisolution
VÖ: 2020

Furchtloses Erforschen

Dass die 2003 in Rostock ins Leben getretenen Coogans Bluff in ihren ersten Jahren als Stoner-Band durch die Lande bratzten, ist längst vergessen und vergeben. Seit der Hinzunahme einer kleinen Bläsergruppe und dem Einstieg von Sänger Clemens Marasus hat sich das Ensemble immer furchtloser in ein Gebiet vorgearbeitet, das sich plakativ als Krautrock beschreiben ließe — mit Heavy-, Psychedelic-, Prog-, Alternative- und Jazz-Rock als gleichberechtigten Landessprachen.

Die starke Rhythmusgruppe hat entschieden Anteil daran, dass Metronopolis nicht bloß einmal an Motorpsycho denken lässt (im Startwirbel ›Gadfly‹ ist es überhaupt das jazzige Miteinander der Band — dichter Mellotron-Nebel inklusive); das ereignisreiche Schmuckstück ›Zephyr‹, ›Creatures Of The Light‹ wie auch ›The Turn I‹ erhalten durch die Bläserschübe zudem einen latenten Zappa-Anstrich. Und verträumt-modernen Westcoast-Rock (›Hit And Run‹) mit Platz für Twin-Gitarrensolo und herrlichem Saxofon-Break können sie auch: Ganz tolle Band.

(8.5/10)
TEXT: DANIEL BÖHM

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