Evil Invaders

Shattering Reflection

Napalm
VÖ: 2022

Wachstumsschub

Von der reinen Speed-Metal-Lehre ihrer ersten Platten weichen die Belgier zusehends ab: Waren schon auf ihrem Zweitwerk Feed Me Violence (2017) vereinzelt Anleihen des Heavy Metal vertreten, kommen diese auf Shattering Reflection nun richtig zum Tragen. Statt pfeilschnellem Riffing und dauerhaftem Hochgeschwindigkeits-Schlagzeug geht das Quartett abwechslungsreicher zu Werke.

Einen riesigen Sprung hat vor allem der singende Bassist Joe gemacht, der eine Halfordsche Kopfstimme mittlerweile ebenso beherrscht wie ausdrucksstarken Klargesang. Eine Entwicklung, deren Ergebnisse die fünfjährige Wartezeit vergessen lassen: Mit ›In Deepest Black‹ haben Evil Invaders ihren bisher eingängigsten Song geschrieben, im doomig-düsteren ›My World‹ geben sich Judas Priest, Mercyful Fate und Mid-Tempo-Slayer die Hand.

Dass sie noch wissen, wie der Düsenantrieb anspringt, zeigen sie indes in ›Sledgehammer Justice‹, das von einem tollen Solo garniert wird, und dem Opener ›Hissing In Justice‹, der klingt, als hätten ihn Judas Priest für Painkiller geschrieben und als zu hart aussortiert.

(8/10)

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