Harem Scarem

Change The World

Frontiers
VÖ: 2020

Kreativität im vertrauten Gewand

Es ist nicht leicht, in dem meist in engen Grenzen agierenden Melodic Rock einen unverwechselbaren Charakter zu entwickeln. Harem Scarem haben dieses Kunststück schon in jungen Jahren geschafft, und seit Sänger Harry Hess und Gitarrist Pete Lesperance nicht mehr versuchen, ihrem eigenen Sound zu entkommen, haben Harem Scarem viele hochkarätige Scheiben veröffentlicht. Auch auf ihrem 15. Album bleiben die Kanadier dieser Linie treu, schaffen es aber einmal mehr, mit ihren großartigen Songs Begeisterung zu wecken. Stets vertraut zu klingen, aber nie zum Abziehbild ihrer selbst zu werden — das gelingt dem Quartett in mitreißenden Nummern wie ›Aftershock‹, ›Searching For Meaning‹ oder ›In The Unknown‹, die auf höchstem musikalischen Niveau stets mit einer famosen Leichtigkeit fesseln. Dass mit ›Riot In My Head‹ oder ›Fire & Gasoline‹ auch härtere Saiten aufgezogen werden, dürfte vor allem Lesperance liegen, der einmal mehr mit präzisem Riffing und akzentuierten Soloeinlagen zu beeindrucken weiß. Und wer noch am Ende eines bärenstarken Albums mit ›Swallowed By The Machine‹ ein absolutes Highlight präsentieren kann, muss sich um mangelnde Kreativität wirklich keine Sorgen machen.

(8.5/10)

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