Journey

Live In Japan 2017: Escape & Frontiers [2CD/DVD]

Eagle
VÖ: 2019

Selbstbewusstes Hit-Spektakel

Mit Liedern wie ›Wheel In The Sky‹ starteten die früheren Santana-Mitglieder Neal Schon und Gregg Rolie mit Sänger Steve Perry in die zweite Phase ihrer Karriere. Aber erst Keyboarder Jonathan Cain, der Rolie 1980 ersetzt, katapultiert die Gruppe aus Kalifornien in die Riege der Superstars, indem er ihr ein völlig neues Klangspektrum verordnet. Mit Escape und Frontiers liefert das Quintett die wahrscheinlich genreprägendsten Meilensteine in der Geschichte des melodischen Hardrock: zwei lupenreine Meisterwerke mit unglaublich hoher Hitdichte, die bis zum heutigen Tag keinerlei Patina angesetzt haben.

Dreieinhalb Jahrzehnte später präsentiert das von Sänger Arnel Pineda, Bassist Ross Valory und dem zurückgekehrten Schlagzeuger Steve Smith komplettierte Quintett beide Alben in voller Länge an geschichtsträchtiger Stätte: In der legendären Budokan-Halle in Tokio feierten Journey schon zu ihrer Glanzzeit mit Sänger Perry riesige Erfolge. Auch jetzt ist die Begeisterung grenzenlos, als die Band mit ›Don’t Stop Believin‘‹ einen echten Hammerstart hinlegt. Den größten Hit direkt zu Beginn zu verfeuern, zeugt von enormem Selbstbewusstsein, aber Journey wissen um die Macht ihrer unsterblichen Lieder und lassen die Stimmung nicht abflauen, obwohl sie zwischen den obligatorischen Hits wie ›Separate Ways‹, ›Faithfully‹ oder ›Open Arms‹ auch Songs der zweiten Garnitur wie ›Lay It Down‹ oder ›Back Talk‹ zur Aufführung bringen und auf optische Effekte weitgehend verzichten. Gitarrist Schon glänzt in ›Dead Or Alive‹ oder ›Who’s Crying Now‹ mit gewagten Fusion-Soli und umschifft elegant etwaige Mainstream-Untiefen. Mit dem fast jazzig geprägten Spiel von Trommler Smith, der nach der Entlassung des in Ungnade gefallenen Deen Castronovo abermals seinen Platz hinter den Kesseln eingenommen hat, kommen Journey dem ursprünglichen Charakter ihrer Musik wieder deutlich näher. Sänger Pineda wird die stilprägende Stimme von Steve Perry in letzter Konsequenz zwar nie ersetzen können, agiert aber weniger unscheinbar als auf vergangenen Tourneen und intoniert die Songs ohne Fehl und Tadel. Der wuchtige Sound und die stimmige Bildführung der DVD-Nachverwertung beringen das Spektakel auch im heimischen Wohnzimmer eindrucksvoll zur Geltung.

Keine Wertung
TEXT: MARKUS BARO

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