Myles Kennedy

The Ides Of March

Napalm
VÖ: 2021

Stilvielfalt vom Routinier

Drei Jahre nach Year Of The Tiger veröffentlicht Myles Kennedy sein zweites Solo-Album. Wie schon beim Vorgänger vertraut der Sänger und Gitarrist erneut der Rhythmusgruppe aus Bassist Tim Tournier und Drummer Zia Uddin. Allerdings geht es diesmal weniger reduziert-akustisch und musikalisch vielfältiger zu.

Der Opener ›Get Along‹ und das folgende ›A Thousand Words‹ erinnern noch am ehesten an eine Rock-Ausgabe seiner Hauptband Alter Bridge, bevor es Kennedy in andere Gefilde zieht. Dabei stellt der epische, fast achtminütige Titeltrack einen frühen Höhepunkt dar, in dem der Frontmann nicht nur mit dem betont sanften, fast flüsternd gesungenen Intro zu überraschen weiß. Auch mit seinem jazzigen Gitarrenspiel setzt er ungewohnte Akzente. Satter Bluesrock mit Anklängen an die frühen Whitesnake ertönt bei ›In Stride‹, das ebenso von der Slide-Gitarre angetrieben wird wie der Good-Time-Rocker ›Tell It Like It Is‹.

Doch die stilistische Reise ist damit noch nicht beendet. Bei ›Moonshot‹ lässt der Amerikaner seine Country-Wurzeln durchklingen, während ›Wanderlust Begins‹ mit Mandolinenklängen im Folk-Gewand daherkommt. Zum Abschluss spielt Kennedy noch einmal den Blues — und nimmt sich im heruntergefahrenen Mittelteil von ›Worried Mind‹ Zeit für ein ausführliches Solo. The Ides Of March überzeugt mit Abwechslungsreichtum und fast durchweg gelungenen Kompositionen — gesangliche ist der Routinier ohnehin über jeden Zweifel erhaben.

(8/10)

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