Nils Patrik Johansson

The Great Conspiracy

Metalville
VÖ: 2020

Ambitioniert, aber ohne Gespür

Der Mord an Ministerpräsident Olof Palme im Jahr 1986 war ein einschneidendes Erlebnis in der jüngeren schwedischen Geschichte. Astral Doors- und Lion’s Share-Frontmann Nils Patrik Johansson versucht sich auf seinem zweiten Solo-Album an einer künstlerischen Aufarbeitung der Ereignisse — und scheitert. Nicht, dass die Songs an sich schlecht wären: Die ihm und seinen Bands eigene Mischung aus frühem europäischen Power Metal und Hardrock der Dio-Schule bringt auf The Great Conspiracy durchaus einige starke Songs wie das eingängige ›One Night At The Cinema‹ oder das doomige ›Prime Evil‹ hervor.

Was der Scheibe hingegen häufig fehlt, ist ein Gespür für die thematisch passende Atmosphäre. Manche Nummern — besonders auffällig bei ›Killer Without A Gun‹ — machen den Eindruck, als hätte Johansson ohne Rücksicht auf Emotionen einem bereits existierenden Song einen themenspezifischen Text verpasst. In seinen besten Momenten vermittelt dieses Album einen Eindruck davon, was es hätte werden können, zumeist bleibt aber das Gefühl, dass sich Johansson an diesem Projekt etwas verhoben hat.

(6.5/10)

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