The Offspring
Warner
VÖ: 2021
Seine Hochphase hatte der Pop-Punk vor ungefähr zwei Dekaden mit Bands wie Green Day und The Offspring. Während erstere auf Father Of All Motherfuckers (2020) zuletzt eine (mediokre) Renaissance ihrer rotzigen Neunziger-Inkarnation ausriefen, ist der Offspring-Sound auf Let The Bad Times Roll eine erwachsene Version ihrer Hochphase.
Clive Nolan
Crime
VÖ: 2021
Neo-Prog-Experte Clive Nolan hat mit Pendragon und Arena einige Genre-Highlights abgeliefert. Solo beschreitet er andere Wege: Song Of The Wildlands ist ein überbordendes, brokatschweres Konzeptalbum. Als lyrische Folie dient das Heldenepos Beowulf. Was die Angelsachsen vor tausend Jahren gut fanden, goutiert auch der Rock- und Metal-Fan 2021.
Motorjesus
AFM
VÖ: 2021
Von ihrem breitbeinigen Adrenalin-Straßen-Hardrock mit traditionsmetallischem Glanz rücken Motorjesus auch auf ihrem fünften Album nicht ab. Ein Glück, denn es gibt nur wenige Gruppen, die diese hochoktanige Mischung so mitnehmend und formvollendet zelebrieren wie diese nun wieder fünfköpfige Band um Frontmann Chris Birx.
Robin McAuley
Frontiers
VÖ: 2021
Bei allem Respekt vor Michael Schenker und seinen Platten jüngeren Datums, an denen zumindest punktuell auch Robin McAuley mitwirkte: Erst auf dem Debüt von Black Swan (2020) zeigte sich der Sänger wieder in der blendenden Hardrock-Verfassung, in der man ihn bis in die frühen Neunziger hinein bei der McAuley Schenker Group erleben durfte.
Maverick
Metalopolis
VÖ: 2021
Dank ihrer Bühnenpräsenz, die sie in den letzten Jahren im Vorprogramm von Treat oder den Poodles sowie mit Auftritten beim H.E.A.T- und Rock The Ring-Festival gezeigt haben, sind Maverick aus Belfast vielen Melodic-Rockern ein Begriff. Hat bislang die positive Energie ihrer Gigs die Qualität der eigenen Songs überstrahlt, ist den Mannen um die Balfour-Brüder David (Gesang) und Ryan (Gitarre) mit ihrem vierten Album Ethereality ein großer Wurf gelungen.
Levara
Mascot
VÖ: 2021
Es muss nicht von Nachteil sein, ein prominentes Elternteil zu haben. Erst recht nicht, wenn dies Steve Lukather heißt und als Gitarrist der Mainstream-Rocker Toto einen Weltklasse-Ruf genießt, ohne es je nötig zu haben, sein technisches Genie zur Schau zu stellen. Diese Gabe hat er wohl an seinen Sprössling Trevor weitergegeben.
Lazuli
Just For Kicks
VÖ: 2021
Neueinspielungen von 16 Stücken ihrer acht bisherigen Alben legen die Franzosen vor. Wenn die Progger, deren Musik durch ihre oft sehr handfesten Grooves auffällt, ihre Songs auf diese Weise kammermusikalisch entschlacken, ist das mehr als die übliche Unplugged-Vorgehensweise.
U.D.O.
AFM
VÖ: 2020
Vor 2.500 Anhängern spielten U.D.O. im September 2020 im pittoresken Amphitheater der bulgarischen Stadt Plovdiv nicht nur ihr einziges Konzert im letzten Jahr, sondern auch eins der äußerst wenigen, beinahe normalen Konzerte in ganz Europa.
Airbourne
Spinefarm
VÖ: 2019
Man kann nun wirklich nicht behaupten, dass sich Airbourne auf ihren Lorbeeren ausruhen und immer dieselbe Power-Riff-Rock-Platte abfeuern würden. Denn dafür, dass ihnen Kritiker so gerne vorhalten, zu kaum mehr in der Lage zu sein als dem immer gleichen Gebläse im volle Pulle-Modus, haben die Australier ihrem Sound schon so manche Facette abgerungen.
Eric Clapton
Polydor
VÖ: 2013
»Ich versuche stets aufs Neue, eigene Lieder zu schreiben. Aber ich bin nicht gut darin«, gibt sich Eric Clapton heute selbstkritisch und verteidigt das Gestaltungsmittel der Interpretation, das besonders im Blues (wie auch im Jazz) eine lange Tradition hat. »Es macht mir längst nicht so viel Spaß, als wenn ich Songs anderer Leute aufgreife und interpretiere.« Warum auch nicht?
Dead Lord
High Roller
VÖ: 2013
Alben wie dieses sind selten geworden. Alben, die schon mit den ersten Tönen ein Gefühl von „Zuhause“ vermitteln, die sich unerklärlich fest in Herz und Hirn einnisten. Natürlich erfinden Dead Lord das Retro-Rock-Rad nicht neu auf ihrem Debüt. Aber die Schweden drehen es eben beeindruckend gut — mit einer überwältigenden Leidenschaft und einer geradezu ungeheuerlich emotionalen Tiefe.
The James Hunter Six
Universal
VÖ: 2013
Die fünf Jahre, die James Hunter nach seiner letzten Platte The Hard Way über sich ergehen lassen musste, waren die dunkelste Zeit seines Lebens: Seine Frau erkrankte an Krebs und verstarb schließlich 2011. Seitdem sei Zeit das einzige, was ihm bis zum Wiedersehen geblieben ist, singt er im Titelstück.
Ana Popovic
ArtisteXclusive
VÖ: 2013
Seit dem Erscheinen des Vorgängers Unconditional 2011 hat die Blues-Diva aus Belgrad das kühle Mitteleuropa gegen die Schwüle des amerikanischen Südens eingetauscht — mit hörbarer Wirkung. In jeder Rille ihres siebten Studioalbums steckt die ungezwungene Energie ihrer neuen Heimat Memphis.
Kamchatka
Despotz
VÖ: 2015
Ihre Musik ist ein Schmelztiegel der Elemente, die den Heavy-Rock der späten Sechziger und frühen Siebziger bestimmten. Gewollt gestrig klangen Kamchatka mit ihrem Sinn für improvisationsstarke Traditions-Sounds allerdings noch nie. Auf ihrer mittlerweile sechsten Platte schon gar nicht.
Goo Goo Dolls
Warner
VÖ: 2020
Weihnachtsalben haben ein bisschen was von Lotterie und Dauerlos: Alle Jahre wieder werden sie aufs Neue ins Winterwunderland geschossen — im Idealfall sind sie viele Weihnachtsfeste später noch genauso aktuell wie am Tag der Erstveröffentlichung.
Seventh Key
Frontiers
VÖ: 2013
Nur zwei LPs gingen bislang auf das Konto von Seventh Key — und doch wurde im Sektor des filigranen Pomp- und Melodic-Rock keinem anderen Album sehnsüchtiger entgegengefiebert wie der dritten Werksarbeit von Kansas-Bassist Billy Greer und Ausnahme-Gitarrist Mike Slamer.
Accept
Nuclear Blast
VÖ: 2017
Will man verstehen, weshalb diese seit den Siebzigern existierende Band weltweit als Metal-Titanen verehrt und gefeiert wird, muss man zum Nachhorchen noch nicht einmal die größten ihrer Klassiker aus dem Regal ziehen.
Vandenberg
VÖ: 2020
Die Alben mit Vandenberg’s Moonkings demonstrierten eindrücklich, dass der Holländer in all den Jahren, in denen er sich der Malerei verschrieben hatte, auch als Hardrocker nichts verlernt hatte. Dennoch hat er die Moonkings nun aufgelöst — und die Reaktivierung von Vandenberg bekanntgegeben.
Neil Young
Reprise
VÖ: 2020
1974 ist Neil Young überaus produktiv: Die Veröffentlichung seines düsteren Meisterwerks Tonight’s The Night, bereits im Vorjahr fertiggestellt, hat er im letzten Moment zurückgezogen und stattdessen das kaum lebensbejahendere On The Beach eingespielt. Mit Gästen wie Tim Drummond, Ben Keith und den The Band-Musikern Robbie Robertson und Levon Helm spielt er später ein Album ein, das exakt so klingt, wie es heißt.
Whitesnake
Rhino
VÖ: 2020
Drei Whitesnake-Sammelwerke hat David Coverdale angekündigt. The Rock Album ist das erste: Der 68-Jährige präsentiert darauf neu abgemischte Versionen aus der Zeit von Slide It In (1984) bis Forevermore (2011).
Toby And The Whole Truth
Jepsongs Recordings
VÖ: 2020
Toby Jepson blickt auf eine sonderbare Phase seiner frühen Karriere zurück und legt sein 1995 nach dem Ende der Little Angels erschienenes Solo-Debüt mit zwei bislang unveröffentlichten Songs neu auf. Ignorance Is Bliss zeigt sich gut gealtert und stellt einmal mehr Jepsons Fähigkeiten als Sänger und stilistisch vielfältiger Songwriter unter Beweis.

DAS AKTUELLE HEFT

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