Poverty's No Crime
Metalville
VÖ: 2021
Die 1991 unweit von Bremen ins Leben gerufenen Poverty’s No Crime nehmen seit jeher eine Sonderstellung unter den nationalen Prog-Metal-Bands ein: In ihren vielschichtig arrangierten Kompositionen kehren die Musiker ihr handwerkliches Geschick nicht unter den Teppich, sondern stellen es bedingungslos in den Dienst der Songs.
Styx
Universal
VÖ: 2021
Unter einem Konzept-Album geht es bei den amerikanischen Pomp- und Prog-Rockern schon lange nicht mehr. Wie hervorragend Styx gealtert sind, lässt Crash Of The Crown schnell erkennen.
Warrant
Frontiers
VÖ: 2017
Dass es für die US-Hardrocker ein Leben nach ihrem verstorbenen Kreativkopf Jani Lane gibt, bewies 2011 bereits das erfreulich starke Rockaholic. Louder Harder Faster demonstriert ungeachtet des schrecklich klischeehaften Titels endgültig, dass die Band und ihr heutiger Frontmann Robert Mason eine prima funktionierende Einheit bilden.
Myles Kennedy
Napalm
VÖ: 2021
Drei Jahre nach Year Of The Tiger veröffentlicht Myles Kennedy sein zweites Solo-Album. Wie schon beim Vorgänger vertraut der Sänger und Gitarrist erneut der Rhythmusgruppe aus Bassist Tim Tournier und Drummer Zia Uddin. Allerdings geht es diesmal weniger reduziert-akustisch und musikalisch vielfältiger zu.
Kayak
InsideOut
VÖ: 2021
Seit den frühen Siebzigern wandeln die Niederländer auf den Spuren von Yes, Genesis und King Crimson und haben ihren Prog-Sound immer weiter für Pop und Bombast geöffnet. Auch auf Out Of This World können sie sich nicht recht entscheiden, ob sie Progressive Rock, Edel-Pop oder Musical machen wollen. Der Titelsong hat gleich ein bisschen von allem.
Johan Kihlberg's Impera
Metalville
VÖ: 2021
Für das jüngste Album seines Bandprojekts Impera hat der schwedische Schlagzeuger Johan Kihlberg erneut prominente Gäste um sich geschart: Neben Bassist John Levén (Europe) und Drummer Snowy Shaw (King Diamond, Sabaton, Mercyful Fate) hat Kihlberg insbesondere mit Nocturnal Rites-Frontmann Jonny Lindkvist einen guten Fang gemacht.
Infinite & Divine
Frontiers
VÖ: 2021
Multiinstrumentalist und Songschreiber Jan Åkesson (Gitarre, Bass, Keyboards) und Sängerin Terese Persson haben sich 2019 gefunden und mit Gast-Schlagzeuger Jens Westberg ihr Debüt-Album Silver Lining aufgenommen. Infinite & Divine haben sich melodischem Hardrock/Metal mit modernen, recht sinfonischen Prog-Einsprengseln (›Not Too Late‹) verschrieben.
Rhinoceros
Esoteric
VÖ: 2020
Die Ambitionen, die die beiden Produzenten Paul Rothchild (The Doors) und Frazier Mohawk (Buffalo Springfield) mit Rhinoceros verfolgten, waren doch etwas hoch gesteckt: Zur Weltherrschaft hat es die von ihnen 1967 aufwendig für die Plattenfirma Elektra zusammengestellten „Supergroup“ nicht geschafft — zu drei zumeist hörenswerten Alben allerdings schon.
Incredible Pack
Monogenuss
VÖ: 2021
Seit vier Jahren existiert dieses Power-Trio mit dem 1988 als Gitarrist der Jule Neigel Band bekannt gewordenen Andreas Schmid-Martelle (der hier auch singt), Bassist Tony Spagone und Schlagzeug-Legende Manni von Bohr. Auf ihrem ersten Album als Incredible Pack stehen die Zeichen in den besten Momenten ganz auf vollgeerdeten Power-Blues-Rock.
Nancy Wilson
Carry On
VÖ: 2021
Unspektakulär, harmlos, nett. Das sind die ersten Eindrücke von Nancy Wilsons Solo-Album. Vielleicht ist diese wenig schmeichelhafte Einschätzung im Vergleich mit der stets aufgeregter, innovativer musizierenden Stammband Heart oder der expressiveren Sangesschwester Ann ungerecht.
Icon Of Sin
Frontiers
VÖ: 2021
In der Punktewertung liegen diese beiden Rezensionen gar nicht so weit auseinander. In der Begründung schon. Ja: Durch Mendes’ Stimme sind Vergleiche mit Iron Maiden und dem Schaffen von Dickinson als Solo-Künstler unausweichlich. Aber das ist es gar nicht, was Icon Of Sin die Luft abschnürt.
Greta Van Fleet
Republic
VÖ: 2021
Sie sind die derzeit wohl am stärksten polarisierende Band, dabei haben die drei Gebrüder Kiszka und Trommler Daniel Wagner aus Michigan nichts anderes getan, als auf ihrem 2018 veröffentlichten Debüt Anthem Of The Peaceful Army etwas zu offensiv den alten Helden der Rockgeschichte zu huldigen. Auf seinem Zweitwerk hat das Quartett eine beachtliche Entwicklung vollzogen und seinen Sound breiter aufgestellt.
Icon Of Sin
Frontiers
VÖ: 2021
Als YouTube-Phänomen Dickinson hat der Brasilianer Raphael Mendes unzählige Klicks ergattert und sein Publikum mit humorvollen Darbietungen erfreut. Doch es ist eine Sache, ob man in der Stimme von Bruce Dickinson augenzwinkernd Songs von Helloween, Dio oder Megadeth darbietet, oder ein ganzes Album mit eigenen Stücken auf diese Weise fabriziert.
Kansas
InsideOut
VÖ: 2021
Die 70er-Wundertüten Leftoverture und Point Of Know Return werden für alle Zeiten die Sternstunden der amerikanischen Progressive-Rock-Pioniere bleiben, da beißt die Maus keinen Faden ab.
Heavy Feather
The Sign
VÖ: 2021
Heavy Feather klingen wie eine Mischung aus Siena Root und den frühen Blues Pills: Lisa Lystam singt in einer ähnlichen Stimmlage wie Elin Larsson, zudem wirkte sie beim jüngsten Siena Root-Album mit. Und Gitarrist Matte Gustafsson bedient dieses Instrument ebenfalls bei jener Band.
Herman Frank
AFM
VÖ: 2021
Herman Frank, Gitarrist von Victory und einst auch bei Accept, ist als Instrumentalist über jeden Zweifel erhaben. Two For A Lie ist sein bestes Solo- und Projekt-Album seit langem, das qualitativ auch mit seinen ersten zwei Moon’Doc-Platten Moon’Doc (1995) und Get Mooned (1996) mithält.
Electric Boys
Mighty Music
VÖ: 2021
Auf ihrer ersten Single ›Halleluja! I’m On Fire‹ und dem ein Jahr später nachgelegten Erfolgs-Debüt Funk-O-Metal Carpet Ride (1990) verbanden die Electric Boys sleazigen Hardrock mit dem Groove neu durchstartender Funk-Rock-Helden.
Steve Cropper
Mascot
VÖ: 2021
Im Herbst dieses Jahres wird Steve Cropper, Gitarrist, Songwriter, Produzent für Stax Records sowie Mitglied der legendären Booker T. & The MGs und der Blues Brothers, 80 Jahre alt. Mit Felix Cavaliere hatte er zuletzt vor elf Jahren eine Platte veröffentlicht; Fire It Up ist nun sein erstes Solo-Album seit 1969.
Joanna Connor
KTBA
VÖ: 2021
Für ihr mittlerweile 14. Album hat sich die Slide-Virtuosin aus Chicago prominente Unterstützung geholt: Joe Bonamassa steht Joanna Connor hier als Gitarrist und Produzent zur Seite, zudem erscheint das Album auf dessen eigenem Label. Connor präsentiert sich darauf nicht nur als Meisterin an ihrem Instrument, sondern mehr denn ja als ausdrucksstarke Sängerin.
Gilby Clarke
Golden Robot
VÖ: 2021
Der Mann ist die Coolness in Person. Mit 17 verdingt sich Gilby Clarke als Session-Musiker für Kim Fowley, 1991 ersetzt er Izzy Stradlin bei Guns N’ Roses. Weniger aufregend gestalten sich seine Solo-Alben, aber das durchaus im besten Sinne.
Jethro Tull
Parlophone
VÖ: 2021
Was ursprünglich als Alleingang von Flöten-Derwisch Ian Anderson geplant war, hat den Sound der Folk-Rock-Institution merklich modernisiert, aber ihre Anhänger zunächst in Schockstarre versetzt. Die halbe Bandbesetzung hatte das Weite gesucht und statt der akustischen Intermezzi und der Bauernhofatmosphäre eines Albums wie Songs From The Wood beherrschen Synthesizer und die E-Geige das Klangbild.

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