Jerry Garcia, Merl Saunders
Round
VÖ: 2020
Bereits vor ihrem kurzlebigen Bandprojekt Legion Of Mary (1974) trafen der Jazz-geschulte Organist Merl Saunders und Jerry Garcia als Gitarrist und Sänger von Grateful Dead immer wieder aufeinander. Obwohl Grateful Dead zwischen 1971 und 1972 ausgiebig durch Amerika tourten, traten sie regelmäßig im Keystone Korner in San Francisco auf, wo am 21. Mai 1971 dieser Konzertmitschnitt entstand.
Flesh & Blood
Now & Then
VÖ: 2021
Ursprünglich 1997 erschienen, war das einzige Album der kurzlebigen Flesh & Blood trotz seiner prominenten Besetzung für viele Jahre kaum aufzutreiben. Von Keyboarder Mark Mangold ins Leben gerufen, sind mit Sänger Danny Vaughn (Tyketto), Gitarrist Al Pitrelli (Savatage) und Drummer Chuck Bonfante (Saraya) und weitere prominente Vertreter der New Yorker Szene involviert.
Sweet Oblivion feat. Geoff Tate
Frontiers
VÖ: 2021
Mit einer eigenen Identität hat sich der ehemalige Queensrÿche-Frontmann nach seiner Trennung von den Metal-Giganten recht schwergetan. Mit DGM-Gitarrist Simone Mularoni trat Geoff Tate dann die Flucht nach vorne an: Das Debüt von Sweet Oblivion führte ihn wieder ins Fahrwasser seiner früheren Truppe, mit dem Ergebnis, dass Lieder wie ›True Colors‹ knapp an der Grenze zum Plagiat vorbeischrammten.
Sunbomb
Frontiers
VÖ: 2021
In der zweiten Hälfte seines zweiten Karrierelebens ist Michael Sweet produktiver denn je. Und eins muss man dem Sänger und Gitarristen von Stryper zugutehalten: Bei keinem seiner Plattenprojekte der letzten Jahre hat er den leisesten Zweifel daran aufkommen lassen, nicht mit Leib und Seele bei der Sache zu sein. Dieses hier dürfte ihn wegen der Andersartigkeit gereizt haben.
Sonic Haven
Frontiers
VÖ: 2021
Nach Sascha Paeth’s Masters Of Ceremony, die 2019 ihr Debütalbum Signs Of Wings veröffentlichten, ist mit Sonic Haven erneut eine hochwertige Band dem Avantasia-Dunstkreis entsprungen. Treibende Kraft ist Herbie Langhans, beim Metal-Oper-Aushängeschild als Backgroundsänger aktiv.
Screamachine
Frontiers
VÖ: 2021
Es zeugt von Selbstbewusstsein, sich gleich im ersten Satz des Presseinfos sowohl auf Judas Priest, frühe Metallica und Iced Earth sowie Savatage und Accept zu berufen. Tatsächlich können die Italiener auf ihrem Debüt vor allem ihre Liebe für komplexeren US-Metal nicht verbergen, den die Band gerne mit einer King Diamond nicht unähnlichen Theatralik vorträgt.
Reflection Club
Madvedge
VÖ: 2021
Geradezu besessen von Jethro Tull muss Lutz Meinert sein: Der Multiinstrumentalist hat eine hochkompetente Mannschaft zusammengetrommelt, um dem Klassiker Thick As A Brick Tribut zu zollen. Eine so sympathische wie irre Idee deshalb, weil das Tull-Album bereits als eine Art Parodie auf das Genre Konzept-Album angelegt war.
The Offspring
Warner
VÖ: 2021
Seine Hochphase hatte der Pop-Punk vor ungefähr zwei Dekaden mit Bands wie Green Day und The Offspring. Während erstere auf Father Of All Motherfuckers (2020) zuletzt eine (mediokre) Renaissance ihrer rotzigen Neunziger-Inkarnation ausriefen, ist der Offspring-Sound auf Let The Bad Times Roll eine erwachsene Version ihrer Hochphase.
Clive Nolan
Crime
VÖ: 2021
Neo-Prog-Experte Clive Nolan hat mit Pendragon und Arena einige Genre-Highlights abgeliefert. Solo beschreitet er andere Wege: Song Of The Wildlands ist ein überbordendes, brokatschweres Konzeptalbum. Als lyrische Folie dient das Heldenepos Beowulf. Was die Angelsachsen vor tausend Jahren gut fanden, goutiert auch der Rock- und Metal-Fan 2021.
Motorjesus
AFM
VÖ: 2021
Von ihrem breitbeinigen Adrenalin-Straßen-Hardrock mit traditionsmetallischem Glanz rücken Motorjesus auch auf ihrem fünften Album nicht ab. Ein Glück, denn es gibt nur wenige Gruppen, die diese hochoktanige Mischung so mitnehmend und formvollendet zelebrieren wie diese nun wieder fünfköpfige Band um Frontmann Chris Birx.
Robin McAuley
Frontiers
VÖ: 2021
Bei allem Respekt vor Michael Schenker und seinen Platten jüngeren Datums, an denen zumindest punktuell auch Robin McAuley mitwirkte: Erst auf dem Debüt von Black Swan (2020) zeigte sich der Sänger wieder in der blendenden Hardrock-Verfassung, in der man ihn bis in die frühen Neunziger hinein bei der McAuley Schenker Group erleben durfte.
Maverick
Metalopolis
VÖ: 2021
Dank ihrer Bühnenpräsenz, die sie in den letzten Jahren im Vorprogramm von Treat oder den Poodles sowie mit Auftritten beim H.E.A.T- und Rock The Ring-Festival gezeigt haben, sind Maverick aus Belfast vielen Melodic-Rockern ein Begriff. Hat bislang die positive Energie ihrer Gigs die Qualität der eigenen Songs überstrahlt, ist den Mannen um die Balfour-Brüder David (Gesang) und Ryan (Gitarre) mit ihrem vierten Album Ethereality ein großer Wurf gelungen.
Levara
Mascot
VÖ: 2021
Es muss nicht von Nachteil sein, ein prominentes Elternteil zu haben. Erst recht nicht, wenn dies Steve Lukather heißt und als Gitarrist der Mainstream-Rocker Toto einen Weltklasse-Ruf genießt, ohne es je nötig zu haben, sein technisches Genie zur Schau zu stellen. Diese Gabe hat er wohl an seinen Sprössling Trevor weitergegeben.
Lazuli
Just For Kicks
VÖ: 2021
Neueinspielungen von 16 Stücken ihrer acht bisherigen Alben legen die Franzosen vor. Wenn die Progger, deren Musik durch ihre oft sehr handfesten Grooves auffällt, ihre Songs auf diese Weise kammermusikalisch entschlacken, ist das mehr als die übliche Unplugged-Vorgehensweise.
Airbourne
Spinefarm
VÖ: 2019
Man kann nun wirklich nicht behaupten, dass sich Airbourne auf ihren Lorbeeren ausruhen und immer dieselbe Power-Riff-Rock-Platte abfeuern würden. Denn dafür, dass ihnen Kritiker so gerne vorhalten, zu kaum mehr in der Lage zu sein als dem immer gleichen Gebläse im volle Pulle-Modus, haben die Australier ihrem Sound schon so manche Facette abgerungen.
Eric Clapton
Polydor
VÖ: 2013
»Ich versuche stets aufs Neue, eigene Lieder zu schreiben. Aber ich bin nicht gut darin«, gibt sich Eric Clapton heute selbstkritisch und verteidigt das Gestaltungsmittel der Interpretation, das besonders im Blues (wie auch im Jazz) eine lange Tradition hat. »Es macht mir längst nicht so viel Spaß, als wenn ich Songs anderer Leute aufgreife und interpretiere.« Warum auch nicht?
Dead Lord
High Roller
VÖ: 2013
Alben wie dieses sind selten geworden. Alben, die schon mit den ersten Tönen ein Gefühl von „Zuhause“ vermitteln, die sich unerklärlich fest in Herz und Hirn einnisten. Natürlich erfinden Dead Lord das Retro-Rock-Rad nicht neu auf ihrem Debüt. Aber die Schweden drehen es eben beeindruckend gut — mit einer überwältigenden Leidenschaft und einer geradezu ungeheuerlich emotionalen Tiefe.
The James Hunter Six
Universal
VÖ: 2013
Die fünf Jahre, die James Hunter nach seiner letzten Platte The Hard Way über sich ergehen lassen musste, waren die dunkelste Zeit seines Lebens: Seine Frau erkrankte an Krebs und verstarb schließlich 2011. Seitdem sei Zeit das einzige, was ihm bis zum Wiedersehen geblieben ist, singt er im Titelstück.
Ana Popovic
ArtisteXclusive
VÖ: 2013
Seit dem Erscheinen des Vorgängers Unconditional 2011 hat die Blues-Diva aus Belgrad das kühle Mitteleuropa gegen die Schwüle des amerikanischen Südens eingetauscht — mit hörbarer Wirkung. In jeder Rille ihres siebten Studioalbums steckt die ungezwungene Energie ihrer neuen Heimat Memphis.
Kamchatka
Despotz
VÖ: 2015
Ihre Musik ist ein Schmelztiegel der Elemente, die den Heavy-Rock der späten Sechziger und frühen Siebziger bestimmten. Gewollt gestrig klangen Kamchatka mit ihrem Sinn für improvisationsstarke Traditions-Sounds allerdings noch nie. Auf ihrer mittlerweile sechsten Platte schon gar nicht.
Goo Goo Dolls
Warner
VÖ: 2020
Weihnachtsalben haben ein bisschen was von Lotterie und Dauerlos: Alle Jahre wieder werden sie aufs Neue ins Winterwunderland geschossen — im Idealfall sind sie viele Weihnachtsfeste später noch genauso aktuell wie am Tag der Erstveröffentlichung.

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