Mick Fleetwood & Friends
BMG
VÖ: 2021
Im Februar des vergangenen Jahres lud Mick Fleetwood nach London, um gemeinsam mit einer zusammengestellten Allstar-Band die Frühinkarnation von Fleetwood Mac zu würdigen. Zumindest eine mikroskopisch kleine Hoffnung bestand im Frühjahr 2020, bei diesem Anlass auch Peter Green bewundern zu können.
Neil Merryweather
Regain
VÖ: 2021
Übermäßiger Starrummel war nie das Problem von Neil Merryweather. Am ehesten erinnert man sich an den Bassisten wohl wegen seiner Zusammenarbeit mit Lita Ford auf Out For Blood (1983) und seiner singenden Lebensgefährtin Lynn Carey (Mama Lion) — speziell das Projekt-Album Vacuum Cleaner (1971) hat mit seiner Melange aus sattem Orgel-Rock, Janis Joplin und Delaney & Bonnie starken Eindruck hinterlassen.
Devin Townsend
InsideOut
VÖ: 2021
Auf Live In Leeds frönt Devin Townsend melancholischen New-Age-Klangreisen wie er sie bereits auf Ghost zu Gehör brachte. Bisweilen erklingt die Singer/Songwriter-Kleinkunst in einer spontanen, gelösten Atmosphäre. Nach dem wahnwitzigen Genre-Kaleidoskop Empath hat der Kanadier mit seinen Solo-Performances einen Ort der inneren Einkehr geschaffen. Diese Gig-Nachlese dient als Aufschlag zu einer Reihe von Live-Veröffentlichungen.
Tommy's Rocktrip
Frontiers
VÖ: 2021
Schlagzeuger Tommy Clufetos, der zuletzt für Black Sabbath und Ozzy Osbourne trommelte, hat ein eigenes Projekt ins Leben gerufen. Unter anderem mit Sänger Eric Dover (Slash’s Snakepit) begibt er sich auf einen Streifzug durch fünfzig Jahre Rockgeschichte. Während ›Make Me Smile‹ an Aerosmith erinnert, versprühen die tollen Hammondorgel-Einsätze das Flair des Siebziger-Hardrock von Deep Purple.
Temple Balls
Frontiers
VÖ: 2021
Längst ist der Melodic-Hardrock zur Domäne der Projektzusammenkünfte geworden. Und obwohl nicht gerade wenige darunter erstaunlich gute Qualitäts- und Unterhaltungsarbeit leisten, sind es doch zumeist die Bands des Genres, an die man sich am nachhaltigsten erinnert.
Sylvan
OMN Label Services
VÖ: 2021
Sylvan zählen neben RPWL und Subsignal hierzulande zu den versiertesten Vertretern im Bereich Artrock und Neo-Prog. Die Norddeutschen verstehen es, den Esprit der Siebziger mit den poppigen Achtzigern zu vermählen. Fünf Jahre nach ihrem letzten Album Home führen Sylvan ihren Stil auf One To Zero zu einer weiteren Meisterleistung.
Grave Digger
Metalville
VÖ: 2005
Angesichts ihrer langen Karriere ist es durchaus verwunderlich, dass die Gladbecker Metal-Originale Grave Digger lediglich drei Live-Alben in ihrer Diskografie stehen haben, die zudem allesamt aus diesem Jahrtausend stammen. Das umfangreichste dieser drei ist 25 To Live, das 2005 zum 25-jährigen Bandjubiläum erschien, nun unverändert neu aufgelegt wurde und sozusagen ein live aufgenommenes Best-of-Album ist.
Jerry Garcia, Merl Saunders
Round
VÖ: 2020
Bereits vor ihrem kurzlebigen Bandprojekt Legion Of Mary (1974) trafen der Jazz-geschulte Organist Merl Saunders und Jerry Garcia als Gitarrist und Sänger von Grateful Dead immer wieder aufeinander. Obwohl Grateful Dead zwischen 1971 und 1972 ausgiebig durch Amerika tourten, traten sie regelmäßig im Keystone Korner in San Francisco auf, wo am 21. Mai 1971 dieser Konzertmitschnitt entstand.
Flesh & Blood
Now & Then
VÖ: 2021
Ursprünglich 1997 erschienen, war das einzige Album der kurzlebigen Flesh & Blood trotz seiner prominenten Besetzung für viele Jahre kaum aufzutreiben. Von Keyboarder Mark Mangold ins Leben gerufen, sind mit Sänger Danny Vaughn (Tyketto), Gitarrist Al Pitrelli (Savatage) und Drummer Chuck Bonfante (Saraya) und weitere prominente Vertreter der New Yorker Szene involviert.
Sweet Oblivion feat. Geoff Tate
Frontiers
VÖ: 2021
Mit einer eigenen Identität hat sich der ehemalige Queensrÿche-Frontmann nach seiner Trennung von den Metal-Giganten recht schwergetan. Mit DGM-Gitarrist Simone Mularoni trat Geoff Tate dann die Flucht nach vorne an: Das Debüt von Sweet Oblivion führte ihn wieder ins Fahrwasser seiner früheren Truppe, mit dem Ergebnis, dass Lieder wie ›True Colors‹ knapp an der Grenze zum Plagiat vorbeischrammten.
Sunbomb
Frontiers
VÖ: 2021
In der zweiten Hälfte seines zweiten Karrierelebens ist Michael Sweet produktiver denn je. Und eins muss man dem Sänger und Gitarristen von Stryper zugutehalten: Bei keinem seiner Plattenprojekte der letzten Jahre hat er den leisesten Zweifel daran aufkommen lassen, nicht mit Leib und Seele bei der Sache zu sein. Dieses hier dürfte ihn wegen der Andersartigkeit gereizt haben.
Sonic Haven
Frontiers
VÖ: 2021
Nach Sascha Paeth’s Masters Of Ceremony, die 2019 ihr Debütalbum Signs Of Wings veröffentlichten, ist mit Sonic Haven erneut eine hochwertige Band dem Avantasia-Dunstkreis entsprungen. Treibende Kraft ist Herbie Langhans, beim Metal-Oper-Aushängeschild als Backgroundsänger aktiv.
Screamachine
Frontiers
VÖ: 2021
Es zeugt von Selbstbewusstsein, sich gleich im ersten Satz des Presseinfos sowohl auf Judas Priest, frühe Metallica und Iced Earth sowie Savatage und Accept zu berufen. Tatsächlich können die Italiener auf ihrem Debüt vor allem ihre Liebe für komplexeren US-Metal nicht verbergen, den die Band gerne mit einer King Diamond nicht unähnlichen Theatralik vorträgt.
Reflection Club
Madvedge
VÖ: 2021
Geradezu besessen von Jethro Tull muss Lutz Meinert sein: Der Multiinstrumentalist hat eine hochkompetente Mannschaft zusammengetrommelt, um dem Klassiker Thick As A Brick Tribut zu zollen. Eine so sympathische wie irre Idee deshalb, weil das Tull-Album bereits als eine Art Parodie auf das Genre Konzept-Album angelegt war.
The Offspring
Warner
VÖ: 2021
Seine Hochphase hatte der Pop-Punk vor ungefähr zwei Dekaden mit Bands wie Green Day und The Offspring. Während erstere auf Father Of All Motherfuckers (2020) zuletzt eine (mediokre) Renaissance ihrer rotzigen Neunziger-Inkarnation ausriefen, ist der Offspring-Sound auf Let The Bad Times Roll eine erwachsene Version ihrer Hochphase.
Clive Nolan
Crime
VÖ: 2021
Neo-Prog-Experte Clive Nolan hat mit Pendragon und Arena einige Genre-Highlights abgeliefert. Solo beschreitet er andere Wege: Song Of The Wildlands ist ein überbordendes, brokatschweres Konzeptalbum. Als lyrische Folie dient das Heldenepos Beowulf. Was die Angelsachsen vor tausend Jahren gut fanden, goutiert auch der Rock- und Metal-Fan 2021.
Motorjesus
AFM
VÖ: 2021
Von ihrem breitbeinigen Adrenalin-Straßen-Hardrock mit traditionsmetallischem Glanz rücken Motorjesus auch auf ihrem fünften Album nicht ab. Ein Glück, denn es gibt nur wenige Gruppen, die diese hochoktanige Mischung so mitnehmend und formvollendet zelebrieren wie diese nun wieder fünfköpfige Band um Frontmann Chris Birx.
Robin McAuley
Frontiers
VÖ: 2021
Bei allem Respekt vor Michael Schenker und seinen Platten jüngeren Datums, an denen zumindest punktuell auch Robin McAuley mitwirkte: Erst auf dem Debüt von Black Swan (2020) zeigte sich der Sänger wieder in der blendenden Hardrock-Verfassung, in der man ihn bis in die frühen Neunziger hinein bei der McAuley Schenker Group erleben durfte.
Maverick
Metalopolis
VÖ: 2021
Dank ihrer Bühnenpräsenz, die sie in den letzten Jahren im Vorprogramm von Treat oder den Poodles sowie mit Auftritten beim H.E.A.T- und Rock The Ring-Festival gezeigt haben, sind Maverick aus Belfast vielen Melodic-Rockern ein Begriff. Hat bislang die positive Energie ihrer Gigs die Qualität der eigenen Songs überstrahlt, ist den Mannen um die Balfour-Brüder David (Gesang) und Ryan (Gitarre) mit ihrem vierten Album Ethereality ein großer Wurf gelungen.
Levara
Mascot
VÖ: 2021
Es muss nicht von Nachteil sein, ein prominentes Elternteil zu haben. Erst recht nicht, wenn dies Steve Lukather heißt und als Gitarrist der Mainstream-Rocker Toto einen Weltklasse-Ruf genießt, ohne es je nötig zu haben, sein technisches Genie zur Schau zu stellen. Diese Gabe hat er wohl an seinen Sprössling Trevor weitergegeben.
Lazuli
Just For Kicks
VÖ: 2021
Neueinspielungen von 16 Stücken ihrer acht bisherigen Alben legen die Franzosen vor. Wenn die Progger, deren Musik durch ihre oft sehr handfesten Grooves auffällt, ihre Songs auf diese Weise kammermusikalisch entschlacken, ist das mehr als die übliche Unplugged-Vorgehensweise.

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