Serious Black

Suite 226

AFM
VÖ: 2020

Ambitioniert und überfrachtet

Wer heute das Label Power Metal erhält, fabriziert meist zum Schunkeln einladenden Gitarren-Schlager mit einer Schießbude aus der Konservenfabrik. Dass Serious Black damit noch nie viel am Hut hatten, haben die Mannen um Sänger Urban Breed (Tad Morose, Bloodbound) schon auf ihren drei vorherigen Alben bewiesen. Auf Suite 226 wagt sich die zum Quartett geschrumpfte Truppe jetzt an ein Konzept-Album über den Insassen einer psychiatrischen Klinik und geht dabei häufig düster und technisch komplex zu Werke. Breed setzt den Wahnsinn bei Songs wie ›Let It Go‹ oder ›Solitude Etude‹ beeindruckend um, vernachlässigt dabei aber wiedererkennbare Melodien.

Wenig einleuchtend zudem, weshalb die Band auch nach dem Abgang von Keyboarder Jan Vacik vehement auf bombastische Klanggemälde setzt und immer wieder die massiven Riffs von Gitarrist Dominik Sebastian mit Synthiegedudel überfrachtet, was nicht nur beim harten ›Heaven Shall Burn‹ negativ auffällt. Keine Frage, Suite 226 bietet viele ambitionierte Ansätze und hebt sich positiv vom Einheitsbrei ab. Schade nur, dass Serious Black es zu selten schaffen, den Hörer wie beim melodischen ›Way Back Home‹ gut koordiniert in den Bann zu ziehen.

(7/10)

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