Steel Panther

Heavy Metal Rules

Steel Panther Inc.
VÖ: 2019

Die Luft ist raus

Dass Humor eng mit dem Zeitgeist verbunden ist, mussten schon etliche Komödianten erfahren. Mit einem „Ficken”-Schild bringt man heute keine Halle mehr zum Toben, und auch bei Steel Panther nutzt sich die Masche, in jeder Nummer möglichst oft die Schlagworte „fuck”, „bitch” und „whore” unterzubringen, mit jeder neuen Scheibe weiter ab. Was beim gefeierten Debüt Feel The Steel — musikalisch womöglich die beste Hair-Metal-Scheibe seit den Achtzigern! — noch witzig war und beim nachfolgenden Balls Out immerhin zum Schmunzeln anregen konnte, nervt beim nunmehr fünften Aufguss nur noch. Erschwerend kommt hinzu, dass auch die musikalische Umsetzung krankt. Seit die Amerikaner den Pfad der liebevollen Parodie der großen Hairspray-Originale verlassen haben, fehlt ihren Songs der richtige Schwung. Stoff wie ›I’m Not Your Bitch‹, ›Gods Of Pussy‹ oder ›Sneaky Little Bitch‹ wirkt uninspiriert und lässt keinerlei Partystimmung aufkommen. Dass das beste Stück des Albums ausgerechnet die Akustiknummer ›I Ain’t Buying What You’re Selling‹ geworden ist, spricht Bände. Da hilft es nichts, dass musikalische Leistung wie Produktion weiterhin hochklassig sind: Bei dieser nach einem Monolog der Dokumentation Heavy Metal Parking Lot benannten Platte (das Intro stammt aus dem Kultfilm) ist die Luft dermaßen raus, dass die im Film herumlümmelnden Teenager sie kaum abfeiern würden.

(5/10)

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