Victory

Gods Of Tomorrow

AFM
VÖ: 2021

Siegreich in die Zukunft

Zehn Jahre haben die von Herman Frank angeführten Hardrocker seit dem zwiespältig aufgenommenen Don’t Talk Science ins Land ziehen lassen und in der Zwischenzeit ihr komplettes Personal ausgetauscht — der famose Sänger Gianni Pontillo und Bassist Frederik Burkert besetzen nun neben Frank die fraglichen Kernpositionen des Quintetts. Wer deshalb eine weitere Solo-Platte von Herman Frank unter anderem Namen befürchtet, darf aufatmen: Gods Of Tomorrow steht mit vielen pfiffigen Bezügen den Victory-Glanztaten zwischen Don’t Get Mad… Get Even (1986) und Temples Of Gold (1990) wesentlich näher als dem mäßig produzierten Projektwerken des ehemaligen Accept-Gitarristen. Das schließt behutsamen Doublebass-Einsatz und urtypisches Frank-Riffing wie in ›Into The Light‹ nicht gänzlich aus, wird aber von gesangsbetonten Arrangements wieder eingefangen.
Auf der anderen Seite ist die Stadion-Hardrock-Aura weniger präsent als in den späten Achtzigern, was auch durch eine modernere Herangehensweise hinsichtlich Songwriting und Produktion bedingt ist. Mitreißender klang die Truppe jedenfalls lange nicht mehr. Und das die beiden Power-Balladen ›Dying In Your Arms‹ und ›Mad‹ zu den — wahrlich nicht rar gesäten — Highlights der Platte zählen, unterstreicht gleichfalls: Victory sind als erfreulich eigenständige Entität zurück.

(8/10)

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