Warrior Soul

Rock’n’Roll Disease

Livewire
VÖ: 2019

Noch immer ungezähmt

Die alten Rockstars sterben weg und neue sind nicht in Sicht. Zum Glück lebt und atmet Kory Clarke weiterhin kompromisslos den Rock’n’Roll-Lifestyle und zeigt der Gesellschaft den Mittelfinger. Rock’n’Roll Disease knüpft stilistisch nahtlos an den Vorgänger Back On The Lash an, ist jedoch nicht ganz so spindeldürr produziert. Clarke hat sich die Brüder Adam und Nate Arling von The Last Vegas ins Boot geholt, und die bringen an Bass und Drums mehr Fleisch auf die morschen Knochen des Warrior Soul-Sounds.

›Going Mental‹ erinnert an frühe AC/DC, mit einem coolen Riff schwelgt der Titelsong in betonharter Stooges-Monotonie, und ›Meltdown‹ rast aus den Boxen wie ein außer Kontrolle geratener Güterzug. Auf politische Pamphlete hat der Sänger mit der Reibeisenstimme, die stets klingt, als könne sie jeden Moment versagen, im Übrigen keine Lust mehr, obwohl Anlass dazu im Überfluss vorhanden wäre. ›Up The Dose‹ und ›After The Show‹ sind rotzig-fiese Rock’n’Roll-Hymnen, wie sie derzeit nur Kory Clarke schreibt. Die Zähmung des Widerspenstigen ist also weiterhin nicht in Sicht.

3
(7/10)
TEXT: MARKUS BARO

ROCKS PRÄSENTIERT

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