Anacrusis

Suffering Hour

Metal Blade
VÖ: 2019

Anschauliche Entwicklung

Mit Suffering Hour (1988) und Reason (1990) erscheinen die ersten zwei von vier Wiederveröffentlichungen aus dem Hause Anacrusis. Wurden beide Scheiben vor knapp zehn Jahren noch als Neueinspielungen von der Band vertrieben, sind hier nun die Originalaufnahmen wieder erhältlich. Die Progressive-Truppe aus St. Louis zählte stets zu den ungewöhnlichen Vertretern der harten Zunft und kommt auf ihrem Debüt Suffering Hour noch reichlich holprig daher. Der starke Einfluss der frühen Speed-Metal-Welle ist unüberhörbar, vor allem Slayer haben in Missouri großen Eindruck gemacht, was bei Stücken wie ›Present Tense‹ oder ›R.O.T. (Reign Of Terror)‹ offensichtlich wird.

Kenn Nardis Stimme schwankt zwischen aggressivem Gebrüll, rauem Gesang und hohen Schreien, ist aber lange nicht so ausgereift wie auf späteren Veröffentlichungen. Spürbar mehr Charakter hat die Band bereits zwei Jahre später auf Reason entwickelt, das strukturierter wirkt und auch einen spielerischen Fortschritt dokumentiert. Mit deutlichen Progressiv-Anleihen und einem Hang zu düsteren Indie-Klängen heben sich Nummern wie ›Wrong‹, ›Terrified‹ oder ›Afraid To Feel‹ merklich vom Rest der Szene ab. Wenngleich erst die folgenden zwei Platten den Kult-Status von Anacrusis im Metal-Underground zementieren, veranschaulichen diese beiden Neuauflagen den Werdegang der Gruppe. Mit zusätzlichen Demotracks.

(7.5/10)

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