Avantasia

The Mystery Of Time

Nuclear Blast
VÖ: 2013

Fantasy-Rätsel in üppigem Klanggewand

Eigentlich wollte Edguy-Frontmann Tobias Sammet sein lukratives Nebenprojekt nach dem Konzert in Wacken 2011 begraben. Doch dann entschied er sich anders. »Ich habe gemerkt, wie sehr ich Avantasia brauche«, lautete im letzten Sommer seine Begründung für den Rückzieher. Mit prominenter Unterstützung diverser Gast-Sänger sowie den Instrumentalisten Arjen Lucassen (Ayreon) und Bruce Kulick (Kiss) erzählt er zum wiederholten Male eine mit reichlich Pathos aufgeladene Fantasy-Geschichte im Format einer Metal-Oper.

Die Umsetzung ist durch das Engagement des Deutschen Filmorchesters Babelsberg noch bombastischer geraten: Gleich beim ersten Stück sorgt es für passende Akzente, kompositorisch ist ›Spectres‹ ohnehin mit einer kräftigen Klassik-Schlagseite versehen. Vor allem bei ›Black Orchid‹ und den beiden Zehn-Minuten-Epen ›Savior In The Clockwork‹ und ›The Great Mystery‹ entsteht durch das Symphonieorchesters ein monumentaler Breitwandsound, der zuweilen ganz schön fordert.

Für Abwechslung sorgt immer wieder treibender Avantasia-Metal, der in ›Where Clock Hands Freeze‹ optimal auf die Stimme von Michael Kiske (Unisonic, Helloween) zugeschnitten ist und in ›Invoke The Machine‹ Ronnie Atkins von den Pretty Maids in die erste Reihe stellt. Dass die mit Klavier und Streichern verzierte Ballade ›What's Left Of Me‹ nicht in allzu hohe Kitsch-Sphären davonschwebt, verhindert Rockröhre Eric Martin (Mr. Big). Mit Ausnahme von The Scarecrow (2008) war bislang keine Avantasia-LP qualitativ so ausgeglichen. Der Erfolg von The Mystery Of Time ist vorprogrammiert.

(8/10)

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