Chicago

Chicago

Rhino
VÖ: 2000

Geschmeidige Fusionen

Wer mit dem Namen Chicago vor allem ihre auf Hochglanz polierten Breitwand-Balladen aus den Achtzigern in Verbindung bringt, dürfte staunen, was für eine wagemutige, progressive und in Teilen verblüffend sperrige Band die 1967 gegründeten Amerikaner in ihren Anfangsjahren waren. Auch auf dem zweiten Album Chicago (1970) fusionierte das Septett virtuos Rock, Jazz, Pop, Funk und klassische Musik (deren Einfluss auch strukturell bei den drei in mehrere Sätze unterteilten Song-Suiten der Platte deutlich wird).

Aus der Masse heraus ragten Chicago zudem aufgrund ihrer drei Mann starken Bläser-Sektion, die dem üblichen Rock-Instrumentarium in vielen Momenten gleichberechtigt zur Seite stand. Das auch als Chicago II bekannte Werk — das mit ›Make Me Smile‹, dem später häufig gecoverten Rocker ›25 Or 6 To 4‹ und der Abschlussball-Engtanz-Nummer ›Colour My World‹ drei Evergreens enthält — gilt zurecht als Höhepunkt ihrer bis heute andauernden Karriere. Von Prog-Ikone Steven Wilson wurde es jetzt neu abgemischt: Der Engländer, der sich schon bei seinen Arbeiten für King Crimson, Yes und Jethro Tull als feinfühliger Optimierer erwies, hat auch hier Großes geleistet: Der grelle, oft übersteuerte Sound der alten Fassung hat einem runderen, geschmeidigeren und wunderbar nuancierten Klangbild Platz gemacht.

(8/10)

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