Grand Funk Railroad

E Pluribus Funk (1971)

Grand Funk Railroad gehören zu den erfolgreichsten US-Bands der Siebziger. Von den Fans geliebt, von den Medien verachtet, errichten sie die Grundpfeiler dessen, was im Hardrock noch kommen sollte.

TEXT: DANIEL BÖHM

Wenn nicht sogar das beste, ist das Drittwerk Closer To Home zumindest das entscheidende Album der Frühphase von Grand Funk Railroad. Die Band findet hierauf zu einer neuen Eindringlichkeit, die sich auch ohne Krawalldauerfeuer einstellt. Hierzu erweitert sie ihr Instrumentarium um E-Piano (›Mean Mistreater‹) und Orgel (›Get It Together‹), Chöre und Akustikgitarren und lässt Mark Farners gereifte Stimme als Geschichtenerzähler wirken — Closer To Home ist ihr erstes Album, das atmet und nicht dampft, für welches das Trio im Studio aus den Vollen schöpft, Texturen, Sounds und Dynamik gestaltet.



Ein Jahr und zwei Studioplatten später hat sich die Band weiter verändert. Hört man dem phänomenalen Eröffnungsstück von E Pluribus Funk (1971) zu, möchte man kaum glauben, dass Grand Funk Railroad seinerzeit eine schwere Zeit durchschritten, die schon bald mit dem Rauswurf ihres Managers Terry Knight endete und um ein Haar den finanziellen Ruin bedeutet hätte.

Fröhlichere und erbaulichere Songs als das mit dominanter Heldenorgel, pumpendem Mega-Groove und ekstatischem Solo ausstaffierte ›Footstompin’ Music‹ gibt es nur sehr wenige — ein furioser Gemeinschaftstanz von Soul, Gospel, Funk und Siebziger-Hardrock, der von der trippelnden Hippie-Hymne ›People, Let’s Stop The War‹ beinahe noch übertroffen wird.

Oder von ›I Come Tumblin’‹: Eine melodisch so stark zupackende und spielwütige Hardrock-Combo wie auf E Pluribus Funk waren Grand Funk Railroad nie zuvor.


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