King Diamond

Songs For The Dead — Live

Metal Blade
VÖ: 2019

Der Maßstab in Sachen Beklemmung

Der in Amerika lebende Däne hat in den letzten zehn Jahren das Kunststück geschafft, ohne aktuelle Studioveröffentlichungen seinen Marktwert exorbitant zu steigern und vor größeren Menschenmassen aufzutreten als zu seinen künstlerischen Hochphasen. Mit Songs For The Dead — Live legt der Meister des Horrors nun passend zur dunklen Jahreszeit einen opulenten Konzertmitschnitt vor, der gleich zwei komplette Auftritte bietet. Neben dem Triumphzug beim Graspop Open Air 2016, wo King Diamond neben Black Sabbath und Iron Maiden zu den Hauptattraktionen zählten (siehe ROCKS 05/2016), ist auch eine Hallenshow der nordamerikanischen Tournee enthalten, die im November 2015 im Fillmore in Philadelphia gefilmt wurde. Bis auf einen Positionswechsel sind die dargebotenen Stücke an beiden Abenden identisch: Neben dem kompletten Album Abigail von 1987 kommen mit ›Melissa‹ und ›Come To The Sabbath‹ zwei Mercyful Fate-Nummern zum Zug, dazu gesellen sich mit ›Welcome Home‹, ›Sleepless Nights‹, ›Eye Of The Witch‹ und ›Halloween‹ vier weitere Höhepunkte des königlichen Schaffens. Diese werden in optisch hervorragenden Manier auf einer beeindruckenden Bühne dargeboten, auf der sich neben dem Gitarrendoppel aus Andy LaRocque und Mike Wead, Bassist Pontus Egberg und Schlagzeuger Matt Thompson auch die unvermeidliche Grandma tummeln darf. Die düsteren Blautöne verstärken die Grusel-Atmosphäre, und so perfekt (zu perfekt?) wie auf dieser Veröffentlichung hat man den König noch nie erlebt. Doch ob getrickst oder nicht: Songs For The Dead — Live beinhaltet ein packendes Dokument einer Metal-Legende, die schon lange vor dem Hype um Ghost in Sachen beklemmender Bühneninszenierung Maßstäbe gesetzt hat.

Keine Wertung

ROCKS PRÄSENTIERT

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