Leonard Cohen

Thanks For The Dance

Sony
VÖ: 2019

Posthume Poesie

Im November 2016 starb Leonard Cohen, kurz nach Veröffentlichung seines Albums You Want It Darker. Aus den Sessions zu diesem Werk stammen die Fragmente und musikalischen Skizzen, die nun posthum veröffentlicht werden. Ein Album mag man diesen 28-minütigen Nachlass kaum nennen, den Cohens Sohn Adam auf Wunsch seines Vaters in bewundernswerter und liebevoller Kleinarbeit nun vollendet hat — „zusammengebastelt“, wie es offiziell heißt.

Denn oftmals hatte er lediglich Gesangspuren oder sagen wir besser Sprachaufnahmen zu Verfügung, um die herum er eine kongeniale musikalische Begleitung geflochten hat. Eingespielt haben sie unter anderem Beck und Cohens Tour-Musiker Javier Mas, seine langjährige Begleiterin Jennifer Warnes hat wunderbar bereichernde Backing Vocals beigesteuert. Neun neue Songs und Rezitationen, manche gerade mal ein oder zwei Minuten lang, bilden so das ultimative Vermächtnis dieses großen, unvergessenen Liederpoeten. Der im schlichten ›Puppets‹ einmal mehr irdisches Treiben mit allem Glück und Horror als gigantisches Puppenspiel relativiert. Schade, dass er selber nicht mehr mitspielen kann.

Keine Wertung
TEXT: AMIR SHAHEEN

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