Manfred Mann

The Five Faces Of Manfred Mann

Umbrella
VÖ: 2012

Der Gestaltenwandler

Zwischen seinen späteren Charts-Erfolgen ist nicht nur das irritierend hitlose Debüt von Manfred Mann nahezu in Vergessenheit geraten — auch seine musikalische Herkunft als britischer Blues-Boomer der frühen Sechziger wird gerne unter den Tisch gekehrt. The Five Faces Of Manfred Mann mag trotz Parallelen insgesamt weniger rauh und gefährlich gewesen sein als die jeweils ersten LPs der Animals oder Them.

Der von Orgelspieler Mann, dem punktuell auch zum Saxophon und der Flöte greifenden Gitarristen Mike Vickers und Schlagzeuger Mike Hugg (auch am Vibraphon) dargebotene Rhythm’n’Blues (viele Interpretationen aus dem Repertoire von Chess Records) bekommt durch die Jazz-Schulung der Akteure jedoch einen erheblichen Schub an Intellekt und Charakter verpasst — längst nicht nur in der feschen Bearbeitung von Cannonball Adderleys ›Sack O’ Woe‹ oder der Eigenkomposition ›I’m Your Kingpin‹, in der sich der sich Sänger Paul Jones auch als vorzüglicher Harpbläser beweist.

The Five Faces Of Manfred Mann ist sowohl in der ursprünglichen Mono- und in einer zusätzlichen Stereo-Fassung enthalten: Erstere ist im Klang unschlagbar.

(8/10)
TEXT: DANIEL BÖHM

ROCKS PRÄSENTIERT

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