UFO

The Salentino Cuts

Cleopatra
VÖ: 2017

Überraschungen mit pädagogischem Anspruch

Mit ihrem ersten Cover-Album sind die Haudegen um Gossenpoet Phil Mogg für eine dicke Überraschung gut. Allein die Mischung von Gemeingut (von Steppenwolfs ›The Pusher‹ bis Bill Withers’ ›Ain’t No Sunshine‹) mit weniger bekannten Perlen ist bemerkenswert. So spielen sie mit ›River Of Deceit‹ einen Song von Mad Season, der kurzlebigen Band um Pearl Jam-Gitarrist Mike McCready und Alice in Chains-Sänger Layne Staley — mit fast schon pädagogischem Anspruch.

Wenig überraschend der Klang des Albums: erdverbunden, Blues-affin und mitunter (infolge Andy Parkers recht eintönigem Drumming) beinahe zu geradlinig. Wie immer macht aber die Stimme den Unterschied: Mogg ist auch als Interpret fremder Texte ein begnadeter Emotionsdarsteller. So haucht er John Mellencamps ›Paper In Fire‹ eine ordentliche Portion hitziges Drama ein und lässt den ›Pusher‹ als noch ekligere Figur erscheinen als 1968 John Kay. Wobei der UFO-Version die verschlurte Langsamkeit des Originals abhanden kommt.

›Rock Candy‹ lässt sich mit gutem Willen als ironische Brechung der Macho-Attitüde des Montrose-Originals hören. Und Vinnie Moore überzeugt vor allem in ›Just Got Paid‹ (ZZ Top) mit einem Gitarrenspiel, das in punkto Coolness dem großen Billy Gibbons durchaus das Wasser reichen kann.

Keine Wertung

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