Wheel

Resident Human

OMN Label Services
VÖ: 2021

Durchs Tor zur Fantasie

Eine dystopische Post-Rock-Atmosphäre läutet den Opener ›Dissipating‹ ein. Dynamische Schleifen, abrupte Wechsel, unvorhersehbare Wendungen und kleine melodische Dissonanzen ergeben eine spannende Reise. Textlich zieht dieser Longtrack seine Inspiration aus der Sci-Fi-Saga Die Hyperion-Gesänge. Metrisch äußerst durchdacht, ziehen Wheel ihre instrumentalen Schichten in die Songs ein, operieren mit hypnotischen Single-Note-Riffs und eindringlichen Gesangslinien, die deutliche Alternative-Rock-Analogien aufweisen.

Im Referenzspektrum zwischen Modern Prog der Marke Tool und Progressive-Metal-Anspruch, wie ihn Fates Warning zelebrieren, geht die britisch-finnische Gruppe mal elektrisierend, mal elegisch zu Werke. Eignen sich kurze Stücke wie das brodelnde ›Ascend‹ oder das zurückhaltende ›Fugue‹ zum Kennenlernen, stoßen Wheel in Longtracks wie ›Hyperion‹ oder dem Titelstück das Tor zur Fantasie weit auf. Die Dichte im Klangbild wirkt bisweilen aber erdrückend.

(8/10)
TEXT: YAN VOGEL

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