Geddy Lee

Geddy Lee’s Big Beautiful Book Of Bass — A Compendium Of The Rare, Iconic And Weird

Harper Design
VÖ: 2018

Bass erstaunt

Selten war ein Buchtitel treffender als dieser — und dabei frei von jedweder marktschreierischen Hochstapelei. Geddy Lee’s Big Beautiful Book Of Bass — A Compendium Of The Rare, Iconic And Weird ist eine einzige hinreißende Liebeserklärung an die Bassgitarre, für die Rush-Frontmann Geddy Lee auf knapp vierhundert edlen, liebevoll layouteten Buchseiten gut 250 historische Instrumente seiner Sammlung vorstellt. Mit mal längeren und mal knapper gehaltenen Texten und etlichen hochwertigen Fotos, welche die Instrumente (bildschöne Modelle aus der Historie von Fender, Gibson, Epiphone und Höfner) aus unterschiedlichen Perspektiven und mit charakteristischen Stellen auf schwarzem Grund in Detailansicht abbilden — die reinste Augenweide. Spannend ist zudem das separate Kapitel „My favourite Headaches“, in dem Lee sein Bühnen- und Studio-Equipment der Jahre 1968 – 2018 vorstellt und erklärt, ebenfalls mit wunderbaren Abbildungen, die beinahe den Eindruck vermitteln, man wöge die Instrumente gerade selbst liebevoll in den Händen. Toll und unterhaltsam sind auch die langen Interviews, die der Bassist mit geschätzten Kollegen wie John Paul Jones (Led Zeppelin), Les Claypool (Primus), Adam Clayton (U2), Bill Wyman (Rolling Stones) oder Bob Daisley (Rainbow, Ozzy) und Rob Trujillo (Metallica) führte. Und wem das alles noch nicht nerdig genug ist, bekommt zum Abschluss noch das „Kaleidoscope Of Bassy Moments“, eine sehr bunte Zeittafel mit allerhand einschneidenden Bass-Ereignissen, die von der Geburt und der Einführung bestimmter Instrumente bis hin zu den Aufnahmen geschichtsträchtiger Bassläufe reichen. Ein prächtiger Brocken, der mit seinem stolzen Gewicht auch als Fitnessgerät benutzt werden kann.

Keine Wertung
TEXT: DANIEL BÖHM

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