The Halo Effect

March Of The Unheard

Nuclear Blast
VÖ: 2025

Frisch und packend nostalgisch

Als 2021 die Runde machte, dass ehemalige In Flames-Musiker, darunter Mitbegründer und Gitarrist Jesper Strömblad, unter dem Namen The Halo Effect neue Musik aufnehmen wollten, war die Vorfreude groß. Zu Recht, wie das Debüt Days Of The Lost (2022) zeigen sollte: Frisch und mitreißend, gleichwohl wunderbar nostalgisch frönte das Quintett jenem Göteborg-Sound, der ihre ehemalige Band in frühen Zweitausendern auf die ganz großen Bühnen brachte.

March Of The Unheard knüpft musikalisch wie qualitativ nahtlos an den Erstling an. Durchweg begeistern große, latent melancholische Melodien, wahlweise in den Gitarren oder im Gesang, ohne die genretypischen, brachialen Momente zu vergessen. So gelingt ihnen ein packendes wie dichtes Album, das sich vor den Großtaten des Genres nicht zu verstecken braucht.

Und dem man im Grunde nur vorwerfen kann, dass sie die Manierismen ihrer ehemaligen Band so präzise in neue Songs umzusetzen verstehen, dass ihnen eine eigene Handschrift abgeht. Wobei man diesem Kritikpunkt wiederum damit begegnen könnte, dass die Beteiligten diese einst mitentwickelten und In Flames trotz der Rückbesinnung auf ihrem letzten Werk Foregone (2023) mittlerweile in anderen musikalischen Sphären unterwegs sind.

(8.5/10)

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